„Unna blüht auf“: Eine unterhaltsame Tour durch Gartenparadiese

Redakteur
Robert Hellmund zeigt eine seiner Lieblingspflanzen: Szechuan Pfeffer. Diese und unzählige andere Besonderheiten gedeihen in dem urig verwinkelten Garten, den Familie Hellmund in Afferde pflegt. Er war einer der Stationen bei „Unna blüht auf“.
Robert Hellmund zeigt eine seiner Lieblingspflanzen: Szechuan Pfeffer. Diese und unzählige andere Besonderheiten gedeihen in dem urig verwinkelten Garten, den Familie Hellmund in Afferde pflegt. Er war einer der Stationen bei „Unna blüht auf“. © Udo Hennes
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Mehrere Gartenbesitzer beteiligen sich an der Initiative „Unna blüht auf“ der Bürgerstiftung Unna. An diesem Sonntag gab es ein umfangreiches Besichtigungsprogramm inklusive Musik. Ein paar Hundert Besucher reisten herum und ließen sich begeistern.

Nach dem heißen Samstag erlebte Unna einen angenehm-warmen Sonntag. Perfekte Bedingungen für eine Gartenparty. Diese war praktisch auf vier Standorte verteilt. Der Garten der Hellmunds in Afferde bot an sich schon Gelegenheit für eine ausgiebige Entdeckungstour.

Pflanzenwelt begeistert drei Generationen

Die sechsköpfige Familie war auf der Suche nach einem größeren Gartengrundstück gewesen, und eine Nachbarin wollte sich von ihrem Gartengrundstück trennen. So ergab es sich 2018, dass insgesamt rund 2000 Quadratmeter Land zu einem wahren Idyll zusammenwuchsen. Nett: Die ältere Nachbarin kommt immer noch gern vorbei.

Dank liebevoller Beschriftung lernten die Besucher im Garten der Hellmunds auch exotische Pflanzen kennen. © Udo Hennes

Drei Generationen Hellmunds – Ellen, Robert, Ines, Regina, Günter und Aliyah – sind geleichermaßen begeistert von der Pflanzenwelt, wobei man sich einig ist, dass vor allem Robert Hellmund der Gärtner ist. „Meine Frau sagt manchmal, ich habe schon zu viel grünen Daumen“, berichtet er augenzwinkernd. „Es wächst halt alles.“

Es gibt in diesem Kräuterparadies allein 40 Sorten Basilikum. Alles ist liebevoll beschildert, und mancher Besucher lernt hinzu. Dass hier Rebhuhnbeere wächst oder griechischer Bergtee – wer hätte es gedacht? Überall duftet, blüht und summt es. Ein Weg aus Holzdielen führt Besucher von einem Teil des Gartens in den zweiten. Am Ende der Tour sind ein paar Stufen zu erklimmen, und der Blick, der zuvor auf die unzähligen botanischen Details gerichtet war, weitet sich: vom Hochsitz aus über den Unnaer Norden. „Das wäre mein Lieblingsplatz“, urteilte ein erfreuter Besucher.

Hier geht der Blick weit in den Unnaer Norden: Besucher waren auch vom Hochsitz „am Ende“ der Gartentour in Afferde begeistert. © Udo Hennes

Wie viel Arbeit das alles sei, diese Frage musste Robert Hellmund am Sonntag ein paar Mal beantworten. Doch der Eindruck täuscht wohl. Ein bis zwei Stunden in der Woche, schätzt Hellmund. Er wirkt aber auch entspannt, etwa wenn er einer interessierten Besucherin Tipps gibt, was gegen Blattläuse zu tun sei. Spritzen? „Nein“, sagt der Gärtner. „Ein bisschen Zeit geben. Die Marienkäfer kommen von allein.“

Chormusik und Kunstausstellung

Bei „Unna blüht auf“ konnten sich Gartenbesitzer und -besucher gemütlich austauschen. „Die Menschen können wieder zusammenkommen“, so Simone Melenk von der Bürgerstiftung. Diese Rückmeldung habe sie auch an anderen Stationen des Gartenprojekts bekommen. Überall herrsche eine „tolle Stimmung“. Und Kultur gab es dazu. Die Chorleriker sangen unterhaltsame Acapella-Coverversionen berühmter Songs wie „Feuer“, frei nach Bruce Springsteens „Fire“ oder (hier nur die Herren) „Komm bei mich bei“, was im Original einmal „Stand by your man“ hieß.

Vernissage und Konzert: Im Garten der Carlernst-Kürten-Stiftung sangen die die Chorleriker. © Udo Hennes

Die Bürgerstiftung hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Menschen zusammenzubringen, was mit „Unna blüht auf“ einmal mehr gelingt. Gleichzeitig sammelt die Stiftung Spenden für wohltätige Zwecke. Und so nutzten viele Gartenbesucher die Gelegenheit, einen Obolus zu geben. Die Spenden kommen dem Heilig-Geist-Hospiz in Unna zugute.

Termin

Unna blüht (noch einmal) auf

  • „Unna blüht auf“, die Aktion der Bürgerstiftung Unna, findet ihren Abschluss am Sonntag, 26. Juni. Der letzte Garten in der diesjährigen Reihe liegt ein kleines Stück jenseits der Stadtgrenze, in Bönen-Lenningsen.
  • Von 13 bis 17 Uhr laden Sabine Miermeister und Birgit Mokross auf ihr Landgrundstück ein. Das Motto: „Irgendwie magisch hier“, Adresse: Friedensstraße 25, Bönen (mit dem Fahrrad von Unna-Mitte eine gute halbe Stunde).

Zu den an diesem Sonntag teilnehmenden Gärten gehörten auch der am UKBS-Familien-Wohnprojekt an der Sybill-Westendorp-Straße, der sonnige Hof von „Lilos Glück“ in Lünern und der Garten der Carlernst-Kürten-Stiftung in Alte Heide. Dort wurde auch die Vernissage der neuen Ausstellung von Glasmalerin Gaby Terhuven gefeiert. Corona gibt es leider auch noch: Ein weiterer Garten musste an diesem Sonntag geschlossen bleiben: Kurzfristig musste die Familie sich in Quarantäne begeben und ihre Teilnahme absagen.

Mehr Informationen über die Arbeit der Bürgerstiftung gibt es im Internet auf der Seite www.buergerstiftung-unna.de