Eine Million Euro für neues Kulturprojekt: „Experiment Heimat“ beginnt in Unna - mit Video

dzWestfälisches Literaturbüro

Ein groß angelegtes Kulturprojekt eröffnet Menschen demnächst neue Perspektiven auf ihre Heimat. Aller Anfang ist in Unna, wo die Verantwortlichen jetzt fast eine Million Euro in die Hand bekommen.

Unna

, 27.07.2020, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter dem Motto „Experiment Heimat“ nehmen Kulturschaffende mit unterschiedlichen Zuwanderungshintergründen an einem neuartigen Kulturprojekt teil. Das Westfälische Literaturbüro (WLB) in Unna eröffnet Menschen - auch in Unna - einen ungewohnten Blick auf ihre Heimat. Die Initiatoren, bekannt vor allem für die Krimireihe „Mord am Hellweg“, haben die NRW-Landesregierung von ihrer Idee überzeugt und so eine Förderung von knapp einer Million Euro erhalten.

Texte und Fotos an neun Orten

So ist der Plan: An neun Orten in Westfalen arbeiten neun Autoren und Fotografen - je eins dieser Tandems pro Ort. Die Künstler recherchieren und arbeiten mit lokalen Akteuren wie zum Beispiel Heimatvereinen zusammen. Das Ergebnis ihrer Arbeit werden Texte und Fotografien sein.

Video
Wolfram Kuschke über das "Experiment Westfalen"

„Uns interessiert die künstlerische Sicht auf Heimat“, sagte WLB-Leiter Heiner Remmert. Die Zentrale des Vereins ist im Nicolaihaus in Unna, und natürlich wird Unna zu den Orten gehören, an denen das „Experiment Heimat“ durchgeführt wird - neben Städten wie Bochum, Detmold, Dortmund oder Schmallenberg.

Inspiration in Unna von der Lindenbrauerei

Der Ort des Geschehens in Unna wird die Lindenbrauerei sein, verriet Remmert. Das Motto der Aktion lautet „Wonach schmeckt Heimat“, mit Bezug auf das Genussmittel, dass in der Brauerei einst hergestellt wurde.

Orte und Namen

Wo welche Künstler das Projekt mit Leben füllen

  • „Experiment Heimat“ des Westfälischen Literaturbüros: An folgenden Orten sollen Künstler 2021 tätig werden: Bochum (Bermudadreieck), Hermannsdenkmal und Teutoburger Wald bei Detmold, Dortmund (als Fußballstadt), Enger (als Widukind-Stadt), Henrichshütte Hattingen und Schiffshebewerk Henrichenburg, Wilzenberg im Sauerland, Kolvenburg im Kreis Coesfeld, Lindenbrauerei in Unna
  • Dies sind die teilnehmenden Autoren: Helene Bukowski, Safiye Can, Nora Gomringer, Lütfiye Güzel, Sabrina Janesch, Wladimir Kaminer, Sharon Dodua Otoo, Raoul Schrott und Najem Wali
  • Dies sind die Fotografen: Peter Bialobrzeski, Alem Kolbus, Ute und Werner Mahler, Loredana Nemes, Christina Stohn, Ritesh Uttamchandani, Jörg Brüggemann und Nikita Teryoshin

Publikumswirksam wird das Ganze im kommenden Jahr. 2021 werden die Fotos in einer Wanderausstellung gezeigt. Auch in einem Text- und Bildband werden die Ergebnisse veröffentlicht. Der Auftakt soll im April 2021 in Unna sein. Programmdetails sollen voraussichtlich Anfang 2021 feststehen.

Buntes Kulturprogramm geplant

An jedem Ort vorgesehen ist ein buntes Veranstaltungsprogramm mit lokalen Akteuren, von Lesungen über Vorträge bis zu Foto- und Schreibworkshops. Auch ein „Heimatlabor“ mit einer mobilen Bühne ist geplant. Programm- und Termindetails soll es im Winter geben.

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach ist sicher, dieses Projekt werde Menschen miteinander verbinden. Dadurch, dass Künstler mit Migrationshintergrund sich mit der Region beschäftigen, erhofft sie sich einen „Blick von außen“ und Anregungen für einen offenen Diskurs. „Wir wollen, dass Menschen über Heimat diskutieren“, sagte Scharrenbach im Nicolaihaus bei der Übergabe der Förderbewilligung.

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