Eine attraktive Braut

dz160 Jahre EK Unna

Zehn Tage nach Bekanntwerden der geplanten Fusion der beiden Krankenhäuser zeigt das EK, was es kann. Die Hochzeit mit dem Katharinenhospital schwingt mal offensiv, mal unterschwellig mit.

von Dominik Pieper

Unna

, 18.11.2018, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht ist es Zufall. Zum 160. Geburtstag hat das Evangelische Krankenhaus ein eigenes Logo entworfen. Es zeigt die Silhouette zweier Menschen, die mit bunten, ineinanderragende Kreisen gefüllt ist. So weit, so schön. Dass das Logo des Katharinenhospitals ebenfalls auf bunte, ineinanderragende Kreise setzt – zugegeben ohne die Silhouette von Menschen – mag wie gesagt Zufall sein. Auffällig ist es allemal.

Aber wie dem auch sei: Nicht das Geburtstagslogo und die damit konstruierte Nähe zum neuen Partner, sondern das eigene Können und die eigene Geschichte standen im Mittelpunkt des runden Geburtstags. Dazu hatte das Evangelische Krankenhaus scheinbar einen großen Teil seines Inventars in die Stadthalle verlegt und zeigte, was Medizin im Speziellen und das EK im Besonderen zu leisten im Stande sind.

Die Besucher staunten nicht schlecht, als sie in einer Ecke des Stadthallen-Foyers ein Bett aus der Intensivabteilung des EK vorfanden – samt einem Teil der Geräte, die im Ernstfall den Gesundheitszustand eines Patienten überwachen. Und im Intensivbett lag sogar ein echter Mensch, der immer mal wieder in die Rolle eines Patienten schlüpfte und verkabelt wurde.

Eine attraktive Braut

Die Chirurgie-Oberärzte Matthias Haas und Barbara Laumann demonstrierten, wie die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie aussieht und angewendet wird. © Marcel Drawe

Schräg gegenüber hatte die Notfallabteilung des EK Platz gefunden. Mit dem Equipment eines Schockraums, unter anderem einem Ultraschall- und Beatmungsgerät, zeigten Ärzte und Pflegepersonal, wie Notfallpatienten versorgt werden. Während auf der Liege gerade ein Ultraschall von einer Patientin gemacht wurde, zeigte Dr. Martin Langer als Chef der Notaufnahme an einem Dummy, wie Reanimation richtig funktioniert.

Notfall- und Intensivmedizin waren aber nur zwei vielen Abteilungen, die mit Information oder praxisnaher Demonstration das eigene Können vorstellten. Die Chirurgie-Oberärzte Matthias Haas und Barbara Laumann halfen Interessierten beim Führen der Instrumente für die Schlüsselloch-Chirurgie. Dr. Heidi Silberg prüfte am Stand der Neurologen die Handkraft von älteren Besuchern, um ihre Sturzgefahr zu bemessen. Die Internisten gingen mit Besuchern durch ein großes, begehbares Darmmodell und erläutern den Unterschied zwischen Polypen, Tumoren und entzündlichen Dramerkrankungen. Die Liste der Stände und ihrer Aktionen ließe sich interessant und beliebig ergänzen, so groß war das Angebot.

Eine attraktive Braut

Links eine entzündliche Darmerkrankung, rechts ein Polyp: Silas (l.) und Tim liefen durch das begehbare Darmmodell, das die Internisten mitgebracht hatten. © Marcel Drawe

Die angekündigte Fusion mit dem katholischen Katharinenhospital indes war in den Anfangsreden von Bürgermeister Werner Kolter und EK-Stiftungsvorstand Dr. Dietmar Herberhold nicht viel mehr als eine Randbemerkung. Während Kolter die große Seriosität, mit der beide Seiten die Fusion vorantreiben würden, lobte, zeichnete Stiftungsvorstand Herberhold ein kurzes Bild von dem neuen Krankenhaus, das entstehen soll. Gerade durch den breiten Mix an Fachabteilungen, der sogenannten Fächerstruktur, würde das neue Unnaer Krankenhaus zukunftsfähig aufgestellt. Für den Bürgermeister ist das neue Unnaer Krankenhaus obendrein eine wichtige Größe auf dem Unnaer Arbeitsmarkt. Schon jetzt würde der Gesundheitssektor Platz drei in der Rangfolge der Arbeitgeber ausmachen – ein Verbund aus beiden Krankenhäusern schaffe zwar keine neuen, dafür aber zukunftssichere Arbeitsplätze in einem Verbund, der allein aufgrund seiner Größe ein bedeutender Player auf dem lokalen Arbeitsmarkt darstelle.

In den vielen Gesprächen, die die vielen Mitarbeiter des EK an den Ständen mit Besuchern führen, war die Fusion schon größeres Thema. Viele Besucher wollten im Detail wissen, welche Veränderungen auf sie als Patienten zukommen werden. Da diese Veränderungen erst Teil der aktuell anstehenden Beratungen sind, waren Antworten darauf kaum zu bekommen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Medizinstandort Unna

Aus zwei mach eins: Evangelisches Krankenhaus und Katharinen-Hospital planen ihre Fusion

Hellweger Anzeiger Umgehungsstraße gegen Dauerstau

Den Stöpsel gegen den Stau rund um Ikea ziehen: Alle Grundstücke für die Westtangente im Sack

Hellweger Anzeiger Straßen

Fördergelder für die Anwohner: Linke sehen Chance für Ausbau der Burgstraße in Unna

Meistgelesen