Ein Tag nach Bombendrohung an Moschee: Das sagt der türkisch-islamische Kulturverein

dzBombendrohung

Am Mittwochnachmittag ist die Moschee an der Unnaer Höingstraße nach einer Bombendrohung evakuiert worden. Abends folgte die Entwarnung. Jetzt spricht die türkisch-islamische Gemeinde über den Vorfall.

Unna

, 13.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Evakuierung war nach wenigen Stunden aufgehoben, der erste Schock schnell verdaut – dennoch war es kein alltägliches Ereignis für die Mitglieder des türkisch-islamischen Kulturvereins, als sie am Mittwochnachmittag die Räumlichkeiten ihrer Moschee an der Höingstraße aufgrund einer Bombendrohung verlassen mussten.

Ein Unbekannter hatte eine Mail mit bedrohendem Inhalt abgeschickt, in dessen Folge im Umkreis von 150 Metern rund um die Moschee alle Wohnungen geräumt und mehrere Straßen gesperrt werden mussten. Letztlich konnte die Polizei Entwarnung geben – Sprengstoff wurde nicht gefunden.

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Einen Tag später spricht Sabri Dibekli von der türkisch-islamischen Gemeinde Unna dennoch von einem beunruhigenden Vorfall. Er war vor Ort, als die Bombendrohung per Mail einging: „Der Sohn vom Vereinsvorsitzenden hat die Nachricht gelesen und dann direkt die Polizei alarmiert“, erzählt Dibekli. Diese sei sofort rausgerückt und habe die Moschee mit Spürhunden nach Sprengstoff abgesucht.

Ein Tag nach Bombendrohung an Moschee: Das sagt der türkisch-islamische Kulturverein

Gebetszeit in der Moschee in Unna. © Vivien Nogaj

Anwohner, Gläubige und Flüchtlinge in Sicherheit gebracht

Währenddessen wurden die Gläubigen an einem Sammelpunkt in sicherer Umgebung untergebracht. Auch Flüchtlinge aus einer nahegelegenen Einrichtung seien von der Evakuierung betroffen gewesen, ebenfalls eine Lackiererei an der Höingstraße. „Es gab kein Rein und kein Raus mehr“, so Dibekli.

„Es gab kein Rein und kein Raus mehr“
Sabri Dibeklki zur Evakuierung der Höingstraße

Auch ein Anwohner berichtete am Donnerstag: „Wir mussten alle unsere Autos wegparken. Ich habe mich dazu entschlossen, auswärts zu schlafen, weil ich nicht wusste, wann ich wieder in meine Wohnung kann.“ Das war für die Betroffenen aber noch am selben Abend der Fall. Auch in der Moschee konnte der alltägliche Betrieb schnell wieder aufgenommen werden: „Gestern Abend sind zwei Gebete zwar ausgefallen, aber heute morgen um sieben hat das erste bereits wieder stattgefunden“, so Dibekli.

Ermittlungen dauern noch an

Er wird trotz Bombendrohung auch weiterhin die Moschee besuchen, allerdings, so der Plan, unter leicht verschärften Sicherheitsbedingungen: „Wir wollen das Gebäude zukünftig auch tagsüber abschließen“, sagt Dibekli. Auch sollen weitere Kameras installiert werden: „Hier sind oft so viele neue Gesichter, man weiß nie, wer reinkommt.“

Derzeit steht Dibekli noch mit der Polizei in Kontakt, der Absender der Mail ist noch nicht ermittelt. „Ähnliche Anfeindungen hat es auch früher schon gegeben, allerdings haben diese keinen Polizeieinsatz ausgelöst, wie am Mittwoch.“ Dass das nicht nochmal passiert, hofft Dibekli auch für die Zukunft.

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