Ein straffer Zeitplan und eine begeisterte NRW-Ministerin im Kreativ-Quartier

dzKultusministerin besucht Unna

Ein straff getakteter Zeitplan, zum Teil nervlich-angespannte Gastgeber und eine völlig entspannte Landesministerin: Isabel Pfeiffer-Poensgen schaute sich am Mittwoch mal in Unna um.

von Meike Marbach

Unna

, 22.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Die NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft nahm persönlich vor Ort unter die Lupe, was das Land Nordrhein-Westfalen hier schon alles gefördert hat und – sofern es nach den Unnaern geht – noch fördern wird. Für eine ganz kurze Stippvisite. Ein Minister-Kalender ist schließlich gut mit Terminen gespickt. Das Stichwort des Minister-Besuchs lautete „Kreativ.Quartiere Ruhr“. Ein Solches hat Unna nämlich auch. Das Lindenviertel, zu dem unter anderem ZIB, Schalander, Lindenbrauerei, Theater Narrenschiff, Zentrum für internationale Lichtkunst und der Platz der Kulturen zählen, gilt als sogenanntes Kreativ-Quartier. Mit einer Viertelstunde verkehrsbedingter Verspätung ließ sich die 64-Jährige durch eben diese Einrichtungen führen. Auch wenn die Uhr tickte und der nächste Termin in Dortmund schon im Nacken saß, lauschte die parteilose Pfeiffer-Poensgen aufmerksam und geduldig den Berichten der Verantwortlichen vor Ort. Gleich zu Anfang stellte sie klar: „Das Zentrum für internationale Lichtkunst kenne ich gut. Darüber weiß ich schon viel. Und ich muss sagen: Ich finde das toll.“ Die Politikerin hatte das Zentrum bereits kennengelernt, als sie noch keine Ministerin, aber Mitglied im Kulturausschuss des Deutschen Städtetages war. Neu war ihr allerdings der Skyspace des Third Breath von James Turrell auf dem Platz der Kulturen. Zwar musste sie auf das farbenprächtige Lichtspiel, wie es sich Museumsgästen eher in der Dämmerung bietet, bei ihrem Nachmittagsbesuch verzichten, beeindruckt zeigte sich Pfeiffer-Poensgen dennoch. Beeindruckt aber nicht allein von dem Lichtkunst-Objekt aus Beton, sondern von der Gesamtheit des Unnaer Kultur-Ensembles Lindenviertel. Und das soll laut Handlungskonzept „Innenstadt 2020“ noch weiter wachsen beziehungsweise ausgebaut werden. Dafür fehlen allerdings nach Einschätzung der Verantwortlichen Raumkapazitäten. So verdeutlichte Dr. Jochen Stemplewski, Vorsitzender des Lichtkunstvereins, dass eigentlich alle Beteiligten über Raumnot klagen. „Eine Erweiterung wäre sehr wünschenswert. Das ist allerdings natürlich eng mit der Raumsituation im ZIB verbunden“, erhofft sich Stemplewski zukünftige Unterstützung von Landesseite. Filmemacher Felix Maxim Eller machte stellvertretend für Unnaer Künstler und Kreative das große Interesse deutlich. Er möchte seine Produktionsstätten in Unna behalten und sucht derzeit nach passenden Räumlichkeiten. Ganz vage Überlegungen, für die Werkstatt Unna womöglich andere Räumlichkeiten zu finden, um das Gebäude für kreative Zwecke nutzen zu können, erwähnte Bürgermeister Werner Kolter. Das Ziel sei, im Viertel um die ehemalige Lindenbrauerei weitere Kreativwirtschaft anzusiedeln und auszubauen.

Zusagen weiterer Förderungen erhielten Bürgermeister Werner Kolter und die anderen Unnaer Gastgeber zumindest im öffentlichen Teil nicht. Allerdings sagte Staatssekretär Klaus Kaiser zu Beginn des Besuchs: „Die Ministerin möchte sich einen Einblick verschaffen, was hier konkret gemacht wird. Besser einmal selbst gesehen als 100 Mal gelesen.“

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