Ein Schulbus aus Unna ist erst der Anfang eines großen Hilfsprojekts für Afrika

dzSchulprojekt mit Kamerun

Die Anne-Frank-Realschule ist Geschichte. Die hier nicht mehr benötigte Einrichtung und einiges Schulmaterial haben im afrikanischen Kamerun neue Verwendung gefunden und Türen geöffnet.

Unna

, 10.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Es war die Initiative des CDU-Ratsherrn und ehemaligen Massener Realschullehrers Gerd Heckmann, die das ermöglichte – und die nun die Türen für ein Zukunftsprojekt an Unnas Schulen ermöglicht.

Der einstige Entwicklungshelfer war Anfang des Jahres nach Kamerun gereist und besuchte zahlreiche öffentliche Einrichtungen. „Besonders beeindruckte mich unter anderem ein Schulprojekt in Dschang“, berichtet Heckmann. Er hatte mit Chief Charles Morfaw den Gründer und Schulleiter der „Rainbow School“ getroffen. Morfaw hatte in Bonn Pädagogik studiert und kehrte als Diplompädagoge in sein Heimatland zurück, um dort eine moderne Schule zu gründen. Die „Rainbow School“ ist eine Schule von der Einschulungsklasse (primary school) bis zum als Internat geführten College (vergleichbar mit gymnasialer Oberstufe). Mittlerweile gehört sie zu den im Ranking besten Schulen Kameruns.

Lieferwagen transportiert erst Möbel, dann Schüler

Mit Blick auf den Standard des Entwicklungslandes ist sie auf Unterstützung aller Art angewiesen. Heckmann kaufte einen alten Sprinter und verlud das Schulmaterial der Anne-Frank-Realschule mit Helfern der Werkstatt Unna. Der „Van“ begab sich vollgepackt auf eine abenteuerliche Schiffsreise nach Kamerun. „Anfang Oktober kam er nach langen Querelen mit korrupten Beamten der Hafen-Zollbehörde in Dschang an und wird dort weiter als Schulbus genutzt, um Schülern aus weit entfernten Gegenden den Schulbesuch zu ermöglichen“, berichtet Heckmann.

Ein Schulbus aus Unna ist erst der Anfang eines großen Hilfsprojekts für Afrika

Die Schülern der „Rainbow School“ haben den Schulbus aus Unna in Empfang genommenen. © Privat

An der Schule ist man begeistert. Der Dank an Unna ist vielfältig. Neben Fotos bietet Schulleiter Chief Morfaw Unnas Schulen mit Oberstufe die Möglichkeit zu einer lockeren, unbürokratischen Kooperation an. Denkbar wären zunächst Schüler-Kontakte via Whatsapp oder E-Mail sowie interkulturelle Klassenprojekte. Auch besteht die Möglichkeit, dass Abiturienten in Dschang ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. „Dieses Angebot sollten wir in Unna aufgreifen“, sagt Heckmann. Im Sommer soll Charles Morfaw nach Unna kommen, dann könnte man Näheres ausmachen.

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