Geschäftsführer Jens Timmermann freut sich, dass der angehende Touristikkaufmann Mario Mamic das Team des Unnaer Reisebüros verstärkt. Er blickt schon über die Corona-Krise hinaus. © Reisebüro Timmermann
Wirtschaft in Unna

Ein neuer Azubi – mitten in der Krise der Reisebranche

Die Corona-Krise trifft die Reisebranche hart. Das Reisebüro Timmermann aus Unna richtet den Fokus aber längst nach vorn – und gibt genau jetzt einem neuen Auszubildenden eine Chance.

Für Reisebüros wie das von Jens Timmermann war das Jahr 2020 ein absolutes Horrorjahr. Mit dem Beginn der weltweiten Corona-Krise ging es plötzlich nicht mehr um das Verkaufen von Reisen, sondern um deren Rückabwicklung. Umbuchungen und Rückzahlungen bestimmten das Tagesgeschäft.

An nennenswerte Einnahmen war laut Timmermann nicht zu denken. Im Gegenteil: Erzielte Provisionen mussten wieder an die Veranstalter zurückzahlt werden. Noch immer steht nicht fest, wie es in Bezug auf das Reisen weitergeht. Der immer wieder verlängerte Lockdown bietet noch keine Perspektive, als Strohhalm dient möglicherweise der Beginn der Impfungen, wenngleich der Start schleppend verläuft.

Blick über den Lockdown hinaus

Das Reisebüro Timmermann an der Massener Straße 15 aber wagt dennoch den Blick nach vorn – auf die Zeit nach dem Lockdown. Mitten in der Pandemie hat sich Timmermann entschieden, einen Ausbildungsplatz zu vergeben. Mario Mamic (20) hat sich den Ausbildungsplatz gesichert. Er ist in Unna geboren, spielt in seiner Freizeit gerne Fußball.

„Die Touristikbranche leidet und Fachkräfte gehen verloren. Dabei leben wir von der fachlichen Qualifikation und stellen so den Mehrwert zu den gleichpreisigen Onlinehändlern dar“, erklärt Jens Timmermann.

Der Geschäftsführer verweist auch auf 2020: „Viele Kunden haben unsere direkte Ansprechmöglichkeit während des letzten Jahres genutzt, um sich jederzeit auf dem Laufenden zu halten. Dafür bedarf es qualifiziertem Fachpersonals.“

Erfahrungen aus dem Hotel des Vaters

Tatsächlich bringt Mario Mamic trotz seines jungen Alters neben dem Abitur auch ein paar Erfahrungen mit. Sein Vater, zunächst auf dem Bau tätig, wechselte später in die Immobilienbranche und baute schließlich in seiner Heimat Kroatien ein Aparthotel. Dort war Mario Mamic ein paar Monate lang als „Mann für alles“ tätig. „Letztlich ist auch hier der Wunsch nach der Ausbildung in der Touristik entstanden, um anderen Leuten ihre Reiseträume und -wünsche zu erfüllen“, sagt der nun angehende Kaufmann für Tourismus.

Seiner Ausbildung blickt der Unnaer gespannt entgegen: „Ich wünsche mir, dass ich berufsbezogen arbeiten und lernen kann. Ich hoffe also, dass ich themennah ausgebildet und geschult werde, sodass ich möglichst schnell meine ersten Gespräche mit ‚eigenen‘ Kunden führen kann.“

Ausbildungsplatz ist eine echte Rarität

Dass die Ausbildung auch für das Reisebüro Timmermann zur Zeit fast ein Alleinstellungsmerkmal ist, zeigt die Quote von gerade mal drei Auszubildenden im gesamten östlichen Ruhrgebiet und westlichen Westfalen. Mario Mamic hat also so etwas wie einen Joker gezogen

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Redaktion Unna
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