Ein moderner Elias macht Sängern und Zuhörern in Unna Freude zum musikalischen Geburtstag

dzKirchenmusik an der Stadtkirche

Mit Mendelssohns „Elias“ feiert die Kirchenmusik an der Evangelischen Stadtkirche zwei runde Geburtstage. Das Werk stellt Bezüge zur aktuellen Klimadiskussion her. Und ein junger Sänger stellt fest: Das macht Freude.

Unna

, 30.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist nicht weniger als das größte Oratorium des 19. Jahrhunderts, das am zweiten Novemberwochenende in der Evangelischen Stadtkirche in Unna zu hören sein wird. 1846 wurde Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“ in Birmingham uraufgeführt. Fachleute loben seither seine musikalische Reife. „Das singt sich nicht alles vom Blatt“, sagt Sebastian Lütge. Der 20-Jährige gehört zu den jüngsten Mitgliedern der Philipp-Nicolai-Kantorei, die das große Werk am 9. November aufführen wird.

Besetzungen

Chöre, Orchester und Solisten

  • Elias-Oratorium am 9. November mit der Philipp-Nicolai-Kantorei Unna und dem Höchberger Kammerorchester sowie Joo-Anne Bitter (Sopran), Dorothée Rabsch (Mezzosopran), Robert Bartneck (Tenor) und Thomas Laske (Bariton)
  • Festkantate am 10. November mit Pfarrer Johannes Doering, Sebastian Höft (Trompete), Prof Peter Arnold (Horn), Kinderchor und Jugendkantorei, Philipp-Nicolai-Kantorei, Posaunenchor Unna, Ensemble Tibicinium
Musikalische Leitung: Hannelore Höft

Kantorei und Posaunenchor zusammen 210 Jahre alt

Die Kantorei feiert in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag und gehört zu den tragenden Säulen der Kulturarbeit in Unna - wie der Posaunenchor Unna, der bereits auf 140 Jahre Geschichte zurückblickt. Kantorin Hannelore Höft freut sich über Kantorei-Mitglieder, die schon seit dem ersten Tag dabei sind, ebenso wie über noch junge Sänger wie Lütge. Die Kantorei war 1949 gegründet worden als junge Alternative zum Kirchenchor. „Es durfte niemand über 30 mitwirken“, sagt die heutige Leiterin Höft. Mit dem Kinderchor und der Jugendkantorei wurden die Grundsteine für eine intensive Nachwuchsarbeit gelegt.

Seiteneinstieg aus Interesse am Singen

Die Bassstimme von Sebastian Lütge gelangte allerdings über den Seiteneinstieg zur Kantorei. Musik ist dem jungen Mann in die Wiege gelegt. „Ich habe schon im Mutterleib die Zauberflöte gehört“, sagt Lütge. Seine Eltern hätten immer schon in Chören und Orchestern musiziert, er selbst sang zunächst in der neuapostolischen Gemeinde und suchte gegen Ende der zehnten Klasse nach mehr. Über einen Freund gelangte er zur Philipp-Nicolai-Kantorei, und nach einer ersten Probe stand fest, dass er bleibt. „Er hat sich rasch zu einem Leistungsträger entwickelt“, sagt Hannelore Höft.

Ein moderner Elias macht Sängern und Zuhörern in Unna Freude zum musikalischen Geburtstag

Es wird festlich zugehen am zweiten Novemberwochenende mit der Philipp-Nicolai-Kantorei. © UDO HENNES

Musikalisch spannendes Werk

Privat hört Lütge alles Mögliche an Musik. Er studiert in Dortmund Medizinphysik und bezeichnet Musik als wichtigen Ausgleich. Mendelssohns „Elias“ ist ein anspruchsvolles Werk und passt daher gut zum Anspruch der Kantorei. „Wir stellen uns auch Herausforderungen“, sagt Höft. Sie sieht ihre Aufgabe als hauptamtliche Kantorin darin, die ehrenamtlichen Musiker dazu zu befähigen, zu leisten, was sie können.

Termine und Karten

Eintrittskarten ab 4. November im Martin-Luther-Haus

  • Elias, Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy, Samstag, 9. November, 20 Uhr, Evangelische Stadtkirche Unna
  • Karten kosten je nach Sitzplatz zwischen 12 und 22 Euro im Vorverkauf, 15 bis 25 Euro an der Abendkasse. Hinzu kommt jeweils ein Euro für die Turmsanierung. Der Vorverkauf im i-Punkt im ZIB läuft bereits. Ab dem 4. November gibt es auch Karten im Martin-Luther-Haus an der Stadtkirche (montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr).
  • Gottesdienst mit Festkantate, Sonntag, 10. November, 11 Uhr, Evangelische Stadtkirche.
Das Konzert findet ebenso wie der Kantatengottesdienst in der Stadtkirche statt, die große Sanierungsbaustelle betrifft den Innenraum der Kirche nicht.

Das Oratorium, für das die Kantorei seit Anfang des Jahres probt, fordert alle Stimmen gleichermaßen, auch den Bass. „Es gibt durchaus Stellen, wo man zweimal hinschauen muss“, sagt Lütge schmunzelnd. „Das ist musikalisch sehr spannend.“

Elias und der Klimawandel

Inhaltlich ist „Elias“ moderner denn je. Ort der Handlung ist die karge Wüste Palästinas. Das Element Wasser werde „in seiner Unentbehrlichkeit zu einem Hauptthema“, schreibt der Musikwissenschaftler Eberhard von Oppen in der Festschrift, die zum Jubiläum von Kantorei und Posaunenchor erschienen ist.

Von Oppen schreibt ausführlich über die Bedeutung von Wasser beziehungsweise Dürre in der Bibel und stellt mahnend Bezüge her zum aktuellen Klimawandel.

Posaunenchor seit 1879

Sogar doppelt so alt wie die Kantorei ist der Posaunenchor an der Evangelischen Stadtkirche. Er wurde 1879 gegründet. Auch zur Bedeutung dieses Ensembles in der Kirchenmusik liefert die Festschrift zum Jubiläumswochenende Beiträge. Das mehr als 100 Seiten starke Werk wird für fünf Euro verkauft, solange der Vorrat reicht. Enthalten sind nicht nur Grußworte, persönliche Erinnerungen und Erläuterungen zu „Elias“, sondern auch Bilder aller Mitwirkenden der Kantorei und des Posaunenchors.

Gottesdienst mit Unnaer Kantate

Alles, was die Kirchenmusik an der Stadtkirche aufbieten kann, wird am Sonntag des Festwochenendes, 10. November, erklingen. Im Festgottesdienst um 11 Uhr in der Stadtkirche wird eine Festkantate uraufgeführt, die der Komponist Stephan Langenberg eigens für Kantorei und Posaunenchor geschrieben hat.

Kantoreifest

Ehemalige der Kantorei sind eingeladen

Die Philipp-Nicolai-Kantorei lädt ehemalige Mitglieder ein, das Jubiläumswochenende mit zu feiern. Sie sind besonders willkommen beim Kantoreifest am Sonntag, 10. November. Es beginnt um 12 Uhr. Wer teilnehmen möchte, meldet sich bitte an bis zum 1. November: mail@pnk-unna.de; Tel. (02303) 33 11 37
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