Dankbar wären Besucher der Unnaer Fußgängerzone schon, wenn die Stolperfallen beseitigt würden. Doch die Stadt denkt beim Neubau auch an Schönheit - und präsentiert einen leuchtenden Akzent.

Unna

, 08.03.2019, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Lichtband im Belag der Massener Straße führt Besucher nachts vom Lindenplatz zum Markt oder zurück. Doch es bewegt auch den Besucher, der sich zum Verweilen niederlässt: Wer länger hinschaut, wird feststellen, dass Weiß nicht gleich Weiß ist. Die Lichtfarbe wird sich verändern, zwischen kaltem und warmem Licht wechseln und eine sanfte Welle aus Licht zwischen den beiden Endpunkten der Installation wogen lassen. Auf Vermittlung des Lichtkunstzentrums hat der Berliner Andreas Schmid dieses Konzept als weiteren Bestandteil der künftigen Fußgängerzone beigesteuert. Die Idee präsentierten Stadtverwaltung, Verkehrsverein und City-Werbering nun kurz vor einem entscheidenden politischen Beschluss über den Bau der Fußgängerzone.

Lichtband ist das „Sahnehäubchen“ zum Schluss

Vieles von dem, was die politischen Gremien vom 20. März an beraten werden, ist bereits seit dem vergangenen Jahr bekannt. Einige Anregungen aus der Bürgerschaft wurden nach einer Öffentlichkeitsbeteiligung noch aufgenommen. Die markante Idee einer Lichtlinie haben sich die Planer aus dem Rathaus einfach als Besonderheit aufgehoben, um sie nun in die Diskussion mit einzubringen. „Wo ist das Sahnehäubchen?“ - diese Frage hat sich laut Planungsdezernent Michael Ott gestellt, nachdem die Planung für den Neubau, die grundlegenden Dinge wie die Funktionen des Bauwerks und ihre Anordnung geklärt waren.

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Die Idee einer Lichtlinie zwischen dem Alten Markt und dem Lindenplatz, damit also auch dem Lichtkunstzentrum, wird von Verkehrsverein und City-Werbering überzeugt mitgetragen. 200.000 Euro soll die Anlage kosten. Beide Vereine haben bereits je 20.000 Euro als freiwilligen Zuschuss zugesichert und wollen etwaige Sponsoren dafür gewinnen. „Licht lockt Leute“, überträgt der City-Werberings-Vorsitzende Thomas Weber eine alte Händlerweisheit auf die Fußgängerzone. „Dieses Konzept ist die Chance, etwas ganz Besonderes zu machen und der Massener Straße etwas zurückzugeben“, so Weber. „Im Moment ist ihr Zustand katastrophal.“

Bedenken, „ob so etwas lange hält“

Der Gedanke, dass Licht in der Gestaltung der Fußgängerzone eine Rolle spielen könnte, war schon zu einem früheren Zeitpunkt aufgekommen. Über die mögliche Umsetzung aber war im Arbeitskreis für den Neubau der Fußgängerzone kontrovers diskutiert worden. „Wir hatten wirklich Bedenken, ob so etwas lange hält“, räumt Unnas Altbürgermeister und Verkehrsvereinsvorsitzender Wilhelm Dördelmann ein. Was die Idee für diese Lichtleiste von Installationen in anderen Städten unterscheidet ist, dass es sich hier um eine zusammenhängende und programmierbare Anlage handelt. Doch nach einem runden Tisch auch mit Tiefbauleuten und den Stadtwerken, die in Unna ansonsten auch für die Straßenbeleuchtung zuständig sind, muss im Arbeitskreis die Überzeugung gereift sein, dass eine Anlage wie diese machbar ist.

Licht gehört zur „Marke Unna“

Dass sie losgelöst von technischen Fragen eine gute Sache ist, war offenbar unstrittig: Als Sitz des Zentrums für Internationale Lichtkunst hat Unna eine Besonderheit, die auch für das Stadtmarketing zu nutzen ist. Der Umstand, dass die Lichtkunst außerhalb der alten Kellergewölbe eigentlich nur durch die Fibonacci-Reihe am Schlot der Lindenbrauerei wahrnehmbar ist, wird durch eine künstlerische Licht-Leitung weiter zum Markt abgeschwächt.

Mit der Diskussion über diese Lichtlinie geht die Planung für die neue Fußgängerzone nun auch in eine neue Phase über: Es ist die der gestalterischen Details, in der unter anderem auch über Farben und Materialien der Oberflächen gesprochen wird.

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