Ein Lauf der Extreme: 30 Stunden klettern, kriechen und balancieren

dz„Iron Loons“

Ein bisschen durchgeknallt müsse man schon sein, sagt der Organisator über den „Iron Loons“. Allein die Zeit spricht Bände: 30 Stunden dauert der Lauf, wobei das Laufen selbst noch eine der kleineren Herausforderungen ist.

von Sebastian Pähler

Unna

, 21.12.2019, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Hobby-Sportler träumen davon, sich einmal beim Ironman auf Hawaii, dem härtesten Triathlon der Welt, zu beweisen. Seit kurzem hat Unna eine eigene Veranstaltung, die die Teilnehmer die Freude an der Selbstverausgabung erleben lässt. Der „Iron Loons“ ist ein Hindernislauf, der zwar nicht den Ruhm des Ironmans hat, aber dafür 30 Stunden Sport, der trotz lustiger Aufmachung den Teilnehmern einiges abverlangt.

Nichts für Gelegenheitsjogger und Nordic Walker

Fluchen, Schnauben, Kichern, all das war am Samstag auf einem Feld am Schattweg nahe der Kaserne zu hören. Es klang nach Freude und nach Qual – und beides hatten die Teilnehmer der Veranstaltung gewiss. Denn der „Iron Loons - Last-Man-Standing-Ballon-OCR-Ultralauf“ ist ganz sicher nichts für Gelegenheitsjogger und Nordic Walker. Die Aufmachung ist zwar witzig und die Atmosphäre familiär, aber die Aufgaben, die den Läufern das Leben erschweren, waren teils hammerhart.

Ein Lauf der Extreme: 30 Stunden klettern, kriechen und balancieren

Kriechen ist unvermeidlich beim Iron Loons-Hindernislauf, sei es durch den Matsch oder durch Wiese und Blätter wie am Start am Bürgerhaus Alte Heide. © Sebastin Pähler

Schon den Start am Bürgerhaus Alte Heide schaffte nur, wer sich auf die Erde schmiss und unter einem flachen Gitter her kroch. Dann hieß es, zwei Kilometer bis zum besagten Feld laufen, wo neben Schlamm und der Kälte auch verschiedene Schikanen warteten. So mussten die Teilnehmer etwa eine 1,90 Meter hohe Wand bezwingen, erst über und dann durch ein Schrottauto klettern, sich durch einen engen Gittertunnel zwängen und auf verschiedenen Hindernissen balancieren.

Glücksrad erhöhte den Schwierigkeitsgrad mit Handicaps

Damit nicht genug, ein Glücksrad erhöhte den Schwierigkeitsgrad noch mit verschiedenen Handicaps. So mussten die Teilnehmer die Strecke beispielsweise mit einem Sandsack durchführen oder bekamen einen Arm ab- und ein Auge zugebunden.

Die Idee für den außergewöhnlichen Lauf hatte Jan-Philipp Struck. „Ein bisschen durchgeknallt muss man schon sein“, gestand der Organisator. „Da kamen eine Ambition fürs Laufen und ein Hang zum Extremen zusammen“. Unter sehr viel Einsatz haben er und seine Helfer das Feld vorbereitet, um einen interessanten „Iron Loons“ durchführen zu können.

Ein Lauf der Extreme: 30 Stunden klettern, kriechen und balancieren

Organisator Jan-Philipp Struck erklärt die Sonderregeln für die nächste Runde. Jedes Symbol auf dem Glücksrad steht für eine zusätzliche Schwierigkeit, die es beim Lauf zu bewältigen gilt. © Sebastian Pähler

Dass der Winter sich von seiner milden Seite zeigte, war für Struck fast schade. Aber wo sich die Teilnehmer nicht gegen Eis und Schnee behaupten mussten, gab es umso mehr Matsch.

Erst am Sonntag ist der Lauf beendet – nach dann 30 Stunden. Der Sieger wird nach dem Last-Man-Standing-Prinzip ermittelt, das bedeutet, wer für eine Runde länger als 60 Minuten braucht, ist raus aus der Wertung. Gewonnen hat, wer die meisten Runden schafft. Den Siegern winkt unter anderem die Teilnahme an einem 48-Stunden-Lauf 2021.

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