Ein Jahr Chocolaterie in Massen: Emily Gorden und ihr großer Lebenstraum

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Ihr großer Lebenstraum: Vor exakt einem Jahr hat Emily Gorden ihre Chocolaterie und Kucherei eröffnet. Längst ist der Funke übergesprungen. Johanna Arnold macht ihre Ausbildung in Massen.

Unna

, 01.11.2019, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ihr Markenzeichen: Emily Gorden (23) hat immer ein Lachen auf dem Lippen. Und tatsächlich hat sie allen Grund zum Strahlen. Vor einem Jahr hat sie ihre Chocolaterie und Kucherei am Massener Hellweg 22 eröffnet. Sie erfüllte sich damit einen Lebenstraum - nicht wissend, was daraus werden würde.

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Jetzt, zwölf Monate später, ist unglaublich viel passiert. Und dennoch rast die Zeit an Emily Gorden vorbei. „Es fühlt sich an, als wäre es März“, sagt sie. Die Wahrheit sieht anders aus: Das Weihnachtsgeschäft hat längst begonnen, die eigenen Marzipankartoffeln liegen längst im Verkaufsregal.

Als die 23-Jährige „Emily‘s Chocolaterie und Kucherei“ eröffnete, hatte sie Visionen. Ja, vielleicht würde sie irgendwann auch selbst ausbilden. Und ja, vielleicht sei es ja sogar möglich, nach einem Jahr eine Aushilfe einzustellen. Längst arbeiten in dem gemütlichen Cafébetrieb, mit dem sich Emily Gorden von der Konkurrenz abgrenzt, drei junge Frauen als Aushilfen. Und inzwischen gibt es mit Johanna Arnold auch schon eine Auszubildende.

Kunden kommen sogar aus Dortmund

„Es ist Wahnsinn, was alles passiert ist“, sagt Emily Gorden. Weil ihr Angebot nicht nur bei den Massenern, sondern auch bei Kunden aus der Region - etwa aus Dortmund - so gut ankam, hatte sie viele lange Arbeitstage. „Das waren oft 16 bis 17 Stunden. Das ging irgendwann nicht mehr“, erinnert sie sich an den Moment, in dem sie sich entschloss, ihre erste Aushilfe zu suchen.

Emily Gorden wurde zur Chefin, durfte viel erklären, beantwortete Fragen ihrer Aushilfen. „Ich habe gemerkt, dass mir das Spaß macht. Und so reifte die Idee, vielleicht doch schon eine Auszubildende zu suchen.“ Mehr als 40 Bewerbungen kamen an, mit Johanna Arnold (19) hat Emily Gorden eine engagierte junge Frau gefunden. „Ich habe gedacht: Wenn es klappt, dann mit ihr“, sagt die Mesisterin.

Ein Jahr Chocolaterie in Massen: Emily Gorden und ihr großer Lebenstraum

Für die Auszubildende Johanna Arnold (l.) steht schon lange fest, dass sie Konditorin werden will. Dass sich im Betrieb von Emily Gorden viel um Schokolade dreht, gefällt ihr. © Dirk Becker

Konditorin zu werden, das hat sich Johanna Arnold schon immer gewünscht. Umso mehr freute sie sich darüber, dass sie ihre Ausbildung am 1. September antreten konnte.

„Ich habe die Hierarchie im Handwerk noch nie gemocht.“
Emily Gorden

„Ich habe die Hierarchie im Handwerk noch nie gemocht“, sagt die Ausbilderin. Deswegen begegnen sich Emily Gorden und Johanna Arnold auf Augenhöhe, wenn auch mit klarer Rollenverteilung. „Ich kann meine eigenen Ideen einbringen“, freut sich die Auszubildende. Konkret bedeutet das etwa, dass Johanna Arnold eine „Praline des Monats“ herstellen darf. Wenn die den Test der Chefin bestanden hat, landet sie auch in der Glastheke. Im November soll eine Whiskey-Walnuss-Praline die Kunden begeistern.

Nachhaltigkeit ein großes Thema

Ein großes Thema für die Kunden ist Nachhaltigkeit. „Zu 80 Prozent verpacken wir unsere Produkte schon nachhaltig“, erklärt Emily Gorden. Bei allem sei das wegen gesetzlicher Vorschriften nicht möglich. Aber: „Viele Kunden fragen danach und wollen wissen, wie wir was herstellen.“

Gesetzliche Vorschriften sind auch der Grund dafür, dass es die anfangs angebotenen Pferde-Leckerlis nicht mehr gibt. „Die müssen komplett getrennt von allen anderen Produkten hergestellt werden. Dafür fehlt leider die Zeit“, erklärt die Konditormeisterin, die selbst gern ausreitet. Und eines habe sie unterschätzt: die deutsche Bürokratie. „Ich verbringe leider viel Zeit im Büro“, fehlt ihr manchmal Raum für das, was ihre Leidenschaft ist: Schokolade und Kuchen. Ihren Lebenstraum aber erfüllt sie sich weiter.

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