Ein Gotteshaus für Maria: Die Katholische Gemeinde

dzSerie „Glaubensorte in Massen“

Maria, die Mutter Gottes, spielt in der Katholischen Kirche traditionell eine große Rolle. Die Katholiken in Massen haben ihr Gotteshaus nach ihr benannt - zu Recht, denn im Innern gibt es viele kleine „Maria“-Details.

Massen

, 25.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer das Kirchenschiff der St. Marien-Kirche betritt, mag im ersten Moment überrascht sein: Geradezu ungewöhnlich schlicht für katholische Verhältnisse wirkt der Innenraum. Weiße Wände, eine klare Struktur, die von Spitzbögen geprägt ist und den Blick auf den Altarraum lenken, der mit einem kräftigen Blau hinterlegt ist. Blau - die Farbe der Himmelskönigin Maria. Bezüge zur namensgebenden Mutter Gottes finden sich in dem Kirchengebäude überall.

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So auch in jenem Lieblingsdetail, das Pastor Stefan Schmitz in „seiner“ Kirche zeigt: „Die Szene von Mariä Verkündigung am Tabernakel gefällt mir besonders gut“, sagt Schmitz.

Ein Gotteshaus für Maria: Die Katholische Gemeinde

Pastor Stefan Schmitz zeigt sein Lieblingsdetail in der St. Marien-Kirche: Die in Holz geschnitzte Szene von Mariä Verkündigung auf dem Tabernakel. © Udo Hennes

Die kunstvoll in das Holz des Schreins geschnitzte Szene werden die meisten Gottesdienstbesucher wohl kaum jemals sehen, befindet sie sich doch dort, wo das für gläubige Katholiken Allerheiligste aufbewahrt wird: Im Tabernakel befinden sich die geweihten Hostien, die zur Feier des Abendmahls genutzt werden.

Ein Gotteshaus für Maria: Die Katholische Gemeinde

Der Engel Gabriel verkündet Maria, dass sie den Sohn Gottes gebären wird - diese Szene zeigt das Kunstwerk auf dem Tabernakel. © Udo Hennes

Zahlen, Daten, Fakten

Das ist die Katholische Gemeinde in Massen

  • Die Katholische Gemeinde Massen hat aktuell rund 3300 Mitglieder. Die beiden Gottesdienste, die sonntags jeweils um 8 und um 9.30 Uhr stattfinden, werden im Schnitt von rund 250 Gemeindemitgliedern insgesamt besucht.
  • 1987 wurde das Gemeindehaus neben der Kirche gebaut, in dem sich heute unter anderem die Bücherei befindet und Chöre und Jugendgruppen sich treffen.
  • Eine Besonderheit des Kirchengebäudes: Über den Kirchenfenster am Eingang befindet sich Außen eine Sonnenuhr.

Der Engel Gabriel, der Maria verkündet, dass sie den Sohn Gottes gebären wird, ist aber nur eine der vielen Szenen und Details zu jener Frau, deren Namen die Kirche am Massener Hellweg trägt. Unübersehbar ist die gezeichnete Marienfigur, die in ihren Armen das Jesuskind hält: Hoch über dem Spitzbogen, der den Eingang zum Altarraum markiert, ist Maria verewigt.

Passend dazu wird der Altarraum von einem breiten blauen Wandstreifen hinter dem Tabernakel dominiert. „Das Dunkelblau gilt seit jeher als Farbe Mariens“, erklärt Pastor Stefan Schmitz. Die Himmelsfarbe soll die enge Verbindung Marias zum Himmel symbolisieren.

Die Farbgestaltung der St. Marien-Kirche erfolgte im Zuge der Renovierung vor gut sieben Jahren. 1933 gebaut war die St. Marien-Kirche ein wesentlicher Teil der Bestrebung der Massener Katholiken, sich als eigenständige Gemeinde von Unna zu lösen. Der Plan ging auf, doch 40 Jahre später stand das Gotteshaus am Massener Hellweg im wahrsten Sinne des Wortes auf der Kippe.

Ein Gotteshaus für Maria: Die Katholische Gemeinde

Ein klar strukturierter, weiß gestrichener Raum: Das Kirchenschiff der St. Marien-Kirche wirkt sehr „aufgeräumt“. Farbtupfer: Das Dunkelblau im Altarraum - die Farbe Marias. © Udo Hennes

„In den 1970er-Jahren drohte die Kirche abgerissen zu werden, weil es viele Risse im Gebäude gab. Grund waren Bergbauschäden“, erzählt Pastor Stefan Schmitz. Die Pläne damals hätten fast zu einer „räumlichen Ökumene“ am Massener Loch geführt: „Es gab damals Überlegungen, die Kirche an der Kleistraße, dort, wo sich heute der Edeka befindet, neu zu bauen“, sagt Schmitz. Damit hätte die katholische Kirche in direkter Nachbarschaft zur evangelischen Friedenskirche gestanden.

Ein Gotteshaus für Maria: Die Katholische Gemeinde

Die Heilige Barbara (links) und die Heilige Lioba zieren zwei der Buntglasfenster in der St. Marien-Kirche. © Udo Hennes

Doch man entschied sich, das Gotteshaus an Ort und Stelle zu belassen und das Fundament zu verstärken - ein Grund, wieso das Kirchenschiff heute nicht mehr so hoch ist wie früher. Die bunten Kirchenfenster wirken dennoch imposant. Sie zeigen verschiedene Heilige, darunter die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute.

Ein Gotteshaus für Maria: Die Katholische Gemeinde

Diese Marienfigur, die hinten im Kirchenschiff steht, stammt aus der St. Hedwig-Kirche in Massen-Nord. Sie kam in die St. Marien-Kirche, als die Hedwigkirche entweiht und später der koptischen Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde. © Udo Hennes

„Wenn in der Christmette die Kirche zunächst noch komplett dunkel ist und ich sie betrete, dann ist das ein bewegender Augenblick.“
Pastor Stefan Schmitz

Doch auch abseits des Altarraumes ist es Maria, die den größten Raum in der Kirche einnimmt. Im hinteren Bereich des Kirchenschiffes befindet sich eine ganz besondere Marienfigur: „Das ist die Maria, die in der St. Hedwig-Kirche in Massen-Nord stand, bis die Kirche entweiht wurde“, erklärt Stefan Schmitz. Heute befindet sich in der ehemaligen St. Hedwig-Kirche das Gotteshaus der Kopten - und Maria ist in die Marienkirche gezogen.

Hier hinten, hinter den Kirchenbänken ist es auch, wo Pastor Stefan Schmitz jenen besonderen Moment der Weihnachtsnacht erlebt, auf den er sich jedes Jahr aufs Neue freut: „Wenn in der Christmette die Kirche zunächst noch komplett dunkel ist und ich sie betrete, dann ist das ein bewegender Augenblick.“

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