Ein besonderer Tag in Unna für alle, die um ein Kind trauern

dz„Worldwide Candle Lighting“

Der Verlust eines Kindes ist ein Schlag, den Eltern nie ganz überwinden. Gerade jetzt in der fröhlich-bunten Vorweihnachtszeit kann diese Narbe wieder besonders wehtun. Ein gemeinsamer Gedenktag kann helfen.

Unna

, 28.11.2018, 12:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Evangelische Kirchengemeinde Unna und der Evangelische Kirchenkreis beteiligen sich seit dem Jahr 2006 an der Aktion „Worldwide Candle Lighting“, also am weltweiten Kerzenleuchten. Rund um den Globus sind Menschen immer am zweiten Sonntag des Monats Dezember aufgerufen, zum Gedenken an alle verstorbenen Kinder eine Kerze anzuzünden und in ihr Fenster zu stellen. In diesem Jahr ist dieser Gedenktag am 9. Dezember. Um 19 Uhr sollen die Kerzen leuchten.

Die Trauer um ein verlorenes Kind findet meist hinter verschlossenen Türen statt.
Pfarrerin Renate Weißenseel

„Die Trauer um ein verlorenes Kind ist sehr still“, sagt Pfarrerin Renate Weißenseel, beim Kirchenkreis zuständig für Trauerarbeit. „Diese Trauer findet in der Regel hinter verschlossenen Türen statt.“ Es ist einfach nicht richtig, so empfinden es viele, wenn ein Kind vor seinen Eltern stirbt. Der Verlust ist für viele kaum zu verschmerzen. Gut gemeinte Sprüche wie „Das wird wieder gut“ oder „Die Zeit heilt alle wunden“ funktionierten in solchen Fällen meist nicht, sagt Weißenseel. „Es gibt Eltern, die einen neuen Zugang ins Leben finden, aber sie brauchen Hilfe“, sagt die Pfarrerin.

Gottesdienst und Zusammensein

Verschiedene Angebote, von denen auch die Kirche in Unna welche macht, könnten Familien als „Anker“ dienen. Der Gedenktag am 9. Dezember ist ein solches Angebot. Die Evangelische Kirche bietet einen Gottesdienst im Jona-Haus in der Gartenvorstadt an. Er beginnt um 15 Uhr. Anschließend können die Teilnehmer im Jona-Haus gemeinsam Kaffee trinken. Im Rahmen der Gedenkfeier wird auch wieder ein Poesiealbum ausliegen. Die Gemeinde führt es seit 2006. Zahlreiche Menschen haben die Namen der Kinder darin eingetragen, um die sie trauern.

Erinnerung auch an „Sternenkinder“

Angesprochen durch den Gedenktag sind ausdrücklich auch Eltern von „Sternenkindern“, also von Mädchen oder Jungen, die tot zur Welt gekommen sind. Und es geht nicht nur um Eltern, denn Trauer betrifft auch Geschwister, Großeltern oder Freunde.

Jahr für Jahr sterben in Deutschland rund 20.000 Kinder. Angesichts der Gesamtbevölkerung passiert es vergleichsweise selten, dass Minderjährige sterben, aber es kommt vor – auch in Unna. 2017 gab es insgesamt sieben Sterbefälle von Minderjährigen (drei mit Hauptwohnsitz, vier mit Nebenwohnsitz in Unna). In diesem Jahr waren es nach Angaben der Stadtverwaltung schon ebensoviele.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Mühlhausen/Uelzen

Osterfeldschule: Eltern sagen Ja zur Boule-Bahn, solange sie keine Partytreffs anzieht

Meistgelesen