Zu schlechter TV-Empfang: Eiche sollte gefällt werden

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Eine gesunde Eiche stutzen oder sogar fällen, nur damit in den angrenzenden Häusern der Fernseh-Empfang besser wird? Genau das fordert ein Hausverwalter an der Dortmunder Straße.

Unna

, 09.10.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Weil der Fernsehempfang in der Wohnung einer ihrer Mieter zu schlecht ist, hat eine Hausverwaltung an der Dortmunder Straße das massive Zurückschneiden einer Eiche gefordert. Die ausladende Krone des Baumes stört anscheinend den TV-Empfang.

Baumschutzkommission


Weitere Entscheidungen

  • Zwei weitere Eichen dürfen nach dem Willen der Baumschutzkommission stehen bleiben: Die beiden Bäume an der Lünerner Bachstraße sollten nach dem Willen eines Hauseigentümers entfernt oder zumindest ihre Kronen eingekürzt werden, weil sie die Verkehrssicherheit auf dem Gehweg behinderten. Zudem sei die Hausmauer sowie die Entwässerung des Hauses durch die Wurzeln der Eichen geschädigt. Die Baumschutzkommission kam allerdings zu der Erkenntnis, dass so drastische Maßnahmen nicht nötig sind. Die Bäume bekamen im Juli einen Pflegeschnitt. Dass Laub und Samen von ihnen auf den Gehweg fallen, seien „Ereignisse der Natur“ und damit hinnehmbar. Den Gehweg zu reinigen, ist Aufgabe des Anliegers. Ob die Wurzeln tatsächlich in die Abwasserrohre des Hauses eingedrungen sind, lässt sich erst durch eine Kanaluntersuchung feststellen. Fazit: Die beiden Eichen bleiben stehen.
  • Bei ingesamt 17 Bäumen hat die Baumschutzkommission die Fällung genehmigt, in allen Fällen handelt es sich entweder um abgestorbene Bäume oder Bäume, die Baumaßnahmen im Weg stehen. 20 Bäume werden dafür insgesamt neu gepflanzt.

Ein entsprechender Antrag landete jetzt auf dem Tisch der Baumschutzkommission. Sie ist in Unna für die Bäume zuständig, die auf städtischem Grund stehen. Fühlt sich ein Bürger von ihnen gestört oder stehen sie Baumaßnahmen im Weg, prüft die Baumschutzkommission, ob die Bäume tatsächlich zurückgeschnitten oder gefällt werden müssen.

Im Fall der Fernsehen verhindernden Eiche an der Dortmunder Straße war der Fall für die Experten schnell klar: „Aus fachlicher Sicht besteht hier kein Handlungsbedarf.“ Der Baum sei schützenswert und dürfe daher nicht massiv beschnitten oder gar gefällt werden.

Die Hausverwaltung hatte eine Kroneneinkürzung gefordert. Dabei wird die gesamte Baumkrone soweit zurückgeschnitten, wie es der jeweilige Grund für die Einkürzung erfordert, maximal jedoch 20 Prozent. Der Baum verliert dadurch viele Blätter, die ihm wiederum Energie liefern.

Bei einem Termin vor Ort stellten die Mitglieder der Baumschutzkommission fest, dass die Baumkrone der Eiche offenbar bereits beschnitten wurde, ohne dass dies genehmigt worden war. Weiteren Eingriffen legte der Umweltausschuss jetzt einen endgültigen Riegel vor: Er bestätigte die Entscheidung der Baumschutzkommission. Damit bleibt die Eiche stehen - schlechter Fernseh-Empfang hin oder her.

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