Belohnung für freiwilliges Engagement: Ehrenamtskarte bekommt in Unna wieder eine Chance

dzEhrenamt

Kann eine Bonuskarte ein Anreiz sein, sich gemeinnützig zu engagieren? In Unna wird das jetzt wieder diskutiert. Und ganz oben im Rathaus sitzt ein Befürworter von verstärkter Würdigung.

Unna

, 19.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Menschen in Unna sind ehrenamtlich aktiv. Manche engagieren sich sogar dafür, das Ehrenamt zu stärken: In der Ehrenamtsagentur. Aus dieser Richtung kommt nun auch ein Vorschlag, wie das Ehrenamt noch mehr Rückenwind bekommen könnte: mit der Ehrenamtskarte. Die Chancen für deren Einführung stehen inzwischen gar nicht schlecht.

Vergünstigungen für Karteninhaber

Die Ehrenamtskarte ist eine Art Ausweis, der seinem Träger Engagement für das Gemeinwohl bescheinigt. Gleichzeitig kann der Inhaber mit der Karte an verschiedenen Stellen Vergünstigungen bekommen, etwa Eintrittsermäßigungen in Museen oder Schwimmbädern oder Rabatte bei Händlern. Vor Jahren wurde in Unna schon einmal darüber diskutiert, ob diese Karte eingeführt werden soll. Seinerzeit wurde anders entschieden. Aus Ehrenamtskreisen hieß es, dass Ehrenamtliche nicht eine solche Lobgeste wünschen, sondern vielmehr Unterstützung bei dem, was sie tun.

Jetzt lesen

Karte eine Idee aus Ehrenamts-Konferenz

Vielleicht sind die Zeiten nun andere. In der jüngsten Netzwerkkonferenz der Ehrenamtsagentur tauschten sich Aktive über verschiedene Themen aus. Es war - sogar wissenschaftlich - festgestellt worden, dass in Unna einige Menschen Zeit und Motivation aufbringen würden, aber trotzdem keiner Initiative angeschlossen sind. Teils wurde ein Mangel an Informationen über ehrenamtliche Projekte oder Vereine in den jeweiligen Sozialräumen ausgemacht. Anreize zu schaffen, auch um Neubürger oder Jugendliche anzuwerben, wurde aber auch vorgeschlagen. Dazu gehört die Idee eines Bürgerbudgets. Und die Ehrenamtskarte wurde auch genannt. Es werde des Öfteren von Ehrenamtlichen danach gefragt, teilten Konferenzteilnehmer mit. Die Stadt sei an dieser Stelle gefragt.

Bürgermeisterkandidat Wigant warb damit

Inzwischen erscheint es durchaus wahrscheinlich, dass mit diesem Thema eine Tür quasi in der obersten Etage des Rathauses eingelaufen wird. Als Dirk Wigant sich um das Bürgermeisteramt bewarb, benannte er die Stärkung von Ehrenamt und gesellschaftlichem Engagement als eines seiner Ziele. So ist es noch immer auf der Internetseite des nun frisch gewählten Bürgermeisters zu lesen: „Ich will die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt für ihre Leistungen im Ehrenamt stärker würdigen.“ Wigant schlug an dieser Stelle ausdrücklich die Einführung eines Ehrenamtstags und besagter Ehrenamtskarte vor.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Schule
Online-Beratungen und Einzelführungen: So können Viertklässler Unnas Schulen kennenlernen