EBG-Schüler erforschen das wertvolle Leben im Untergrund des Bornekamps

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Wie viel wertvolles Leben im Boden steckt, erfuhren Schüler des EBG im Bornekamp. Sie lernten es nicht nur, sie fanden es selbst heraus: mit Bohrstock, Mikroskop und einer guten Portion Holzleim.

Unna

, 09.10.2019, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vom Biologieraum in ihrem Ernst-Barlach-Gymnasium haben 28 Schüler der Klasse 7b in dieser Woche in ein rollendes Klassenzimmer gewechselt. Der Bornekamp wurde für einen Tag zu einem ungewöhnlichen und spannenden Lernort zum Thema Boden.

EBG-Schüler erforschen das wertvolle Leben im Untergrund des Bornekamps

Maleen zeigt eine Bodenprobe aus dem Wald im Bornekamp, die sie mit verschiedenen Verfahren analysierte. © Marcel Drawe

Umweltbus im Bornekamp

Das EBG konnte eine Unterrichtseinheit mit dem Umweltbus Lumbricus ergattern. „Lumbricus“ ist der lateinische Name für eine Regenwurmgattung.

EBG-Schüler erforschen das wertvolle Leben im Untergrund des Bornekamps

© Raulf

Über Lumbricus

Ein Umwelt-Klassenzimmer rollt durch NRW

  • Zum Projekt Lumbricus gehören zwei Umweltbusse, die durch ganz NRW touren. Sie können von Schulen und Jugendgruppen, aber auch für die Erwachsenenbildung gebucht werden. Es sind kostenlose Unterrichtseinheiten möglich, unter anderem zu den Themen Boden, Lärm, Lebensraum Wald oder Gewässer.
  • Lumbricus ist ein Projekt der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) mit Sitz in Recklinghausen. NUA ist eingerichtet im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) und arbeitet in einem Kooperationsmodell mit den Naturschutzverbänden BUND, Nabu, LNU und SDW.
  • Mehr Informationen und Kontaktdaten gibt es auf der Internetseite www.nua.nrw.de

Und tatsächlich hatten es die Siebtklässler vor Ort mit einigen dieser wichtigen Bodenbewohner zu tun. Würmer fanden die Schüler ebenso wie Kellerasseln, Spinnen und anderes Getier am und im Boden. Kleinere Lebewesen, etwa Springschwänze oder Hornmilben sahen die jungen Forscher nicht auf den ersten Blick. Dazu bedienten sie sich einer Reihe von Mikroskopen in dem professionell ausgestatteten Bus. Eine andere Gruppe dokumentierte die verschiedenen Zersetzungsstadien von Laub. Fachkundig erläuterten sie beispielsweise, wie sie außerdem den PH-Wert von Blättern oder Holzstücken ermittelten. „Es macht Spaß“, urteilte Sophie. Und dass man sich bei diesem Unterricht die Hände schmutzig macht - „das gehört eben dazu“.

Handarbeit und Digitaltechnik

Die Proben holten die Forscher nämlich eigenhändig aus dem Bornekamp. Sie sammelten Laub vom Boden, um das Leben darin zu entdecken. Und sie trieben einen Meter lange Eisenstangen in die Erde. Mit den Bohrstöcken förderten sie Proben aus dem Untergrund zutage, um nachher im Bodenprofil zu „lesen“. Die verschiedenen Schichten, beispielsweise Laub, Humus oder Lehm fixierten die Schüler mit Hilfe von Leim auf einer Pappe für die spätere Präsentation. So wurden auch Unterschiede deutlich zwischen Bodenprofilen aus dem Wald oder aus der Wiese. Und digitale Technik kommt im Lumbricus auch zum Einsatz: Untersuchungsergebnisse werden auf einem Bildschirm für alle dargestellt, Schüler sprechen dazu über ein Mikrofon Texte ein. So können sie quasi ihren eigenen Dokumentarfilm zusammenstellen, der später als Datei zur Verfügung steht.

EBG-Schüler erforschen das wertvolle Leben im Untergrund des Bornekamps

Die Forschung im Bornekamp machte den Siebtklässlern Spaß. Jannis, Johann, Zafir und Tom (v. l.) zeigen die Erdlanze mit der Bodenprobe, die sie aus dem Wald geholt haben. © Marcel Drawe

Ein besonderer Unterrichtsraum

Für EBG-Lehrer Markus Wirth war diese besondere Unterrichtseinheit von großem Wert. Die technische Ausstattung, gebündelt zum Spezialthema Boden, könne eine Schule nicht bieten. Außerdem sei es für die Schüler besonders motivierend, nicht im Klassenraum zu arbeiten, sondern draußen in der Natur. Der Unterrichtsbus bietet auch bei Regenwetter gute Bedingungen, wozu ein Sitzplatz für bis zu 28 Schüler ebenso gehört wie Wechselklamotten für alle Matsch-Zwischenfälle, die Forschern eben widerfahren können.

EBG-Schüler erforschen das wertvolle Leben im Untergrund des Bornekamps

Dieses Verfahren wurde im Projekt Lumbricus entwickelt: Handelsüblicher Holzleim fixiert eine Bodenprobe, die mit einem Bohrstock gewonnen wurde. © Raulf

Boden: wertvoll und gefährdet

Die EBG-Schüler hatten die Chance zu lernen, dass Boden nicht nur Dreck ist - und noch viel mehr. Boden sei kein Zustand, sondern ein Prozess durch das vielfältige Leben in einem intakten Untergrund, erläuterte Ottmar Hartwig, Lehrer und Umweltpädagoge. Er hat das Projekt Lumbricus selbst mitentwickelt und leitete die Unterrichtseinheit im Bornekamp. Das Ziel sei letztlich Bildung für nachhaltige Entwicklung, so Hartwig. „Wenn die Schüler nur die Einsicht gewinnen, wie viel Leben im Boden steckt, haben wir schon viel erreicht.“ Der globale Blick gehört auch dazu: Nur ein Neuntel der Erdoberfläche sei mit potenziell anbaufähigem Boden bedeckt. Durch Vergiftung oder Erosion gehe immer mehr Boden verloren. Auf der anderen Seite wächst die Weltbevölkerung, die ohne dieses Ökosystem nicht ernährt werden könnte. So wertvoll und schützenswert ist das Leben unter unseren Füßen.

EBG-Schüler erforschen das wertvolle Leben im Untergrund des Bornekamps

Im Umweltbus finden bis zu 28 Schüler Platz - und die notwendige Ausstattung für einen Forschertag. © Raulf

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