E-Mail-Ärger in der Unnaer SPD: Kroll denkt über Austritt aus Kreistagsfraktion nach

dzSPD Unna

In der Unnaer SPD kriselt es weiter. Ingrid Kroll zeigt sich „fassungslos“ angesichts des drohenden Parteiausschlusses. Sie kritisiert ihre Kreistagsfraktion - und denkt auch schon über Konsequenzen nach.

Unna

, 19.12.2019, 17:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach dem Beschluss des Vereins „Wir für Unna“ (WfU), bei der Kommunalwahl 2020 aktiv zu werden, hatte der Vorstand der SPD-Kreistagsfraktion mit einer E-Mail ein mögliches Parteiausschlussverfahren gegen Margarethe Strathoff und Ingrid Kroll ins Gespräch gebracht. Strathoff ist WfU-Vorsitzende, Kroll wohnte der Versammlung als Gast bei, nicht als Mitglied, wie sie betont.

In besagter E-Mail an die Mitglieder der Kreistagsfraktion ist von einer rechtlichen Bewertung der Aktivität von Strathoff und Kroll im Zusammenhang mit „Wir für Unna“ die Rede. Offenbar geht man davon aus, dass beide bei der Kommunalwahl kandidieren, sich also gegen die SPD wenden würden. Sie sei enttäuscht und fassungslos, brachte Kroll nun ihrerseits in einer E-Mail an ihre Kreis-Fraktionskollegen zum Ausdruck. Dass sie als WfU-Mitglied bezeichnet werde, sei eine Lüge. Kroll kritisiert weiter, dass man sich nicht bei ihr erkundigt habe wegen einer eventuellen Mitgliedschaft.

Wird nun auch Kroll Konsequenzen ziehen wie Strathoff, die aus Fraktion und Partei ausgetreten ist? „Natürlich stelle ich mir die Frage“, sagte sie. „Das ist ein Gedankenspiel. Die Enttäuschung wird immer größer.“

Ihre Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso zeigte sich nun gesprächsbereit. Sie erklärte, eine Kontaktaufnahme mit Kroll zwecks Vereinbarung eines Gesprächs werde zügig erfolgen. Auf die Frage, aus welchem Anlass die umstrittene E-Mail abgesetzt wurde, erklärte Cziehso: „Damit wurde dem Anspruch auf Transparenz gegenüber den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion nachgekommen.“

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