Die Tafel im Kreis Unna stellt mit dem am 16. Dezember beginnenden Lockdown ihren Betrieb bis zum 10. Januar ein; die Ausgabestellen bleiben geschlossen. © Udo Hennes/Archiv
Unnaer Tafel

Düstere Aussichten: „Nach Corona werden viele Tafeln schließen!“

Die Tafeln helfen den Schwächsten in der Gesellschaft. Um das tun zu können, müssen sie selbst stark sein. Die Corona-Krise aber setzt den Hilfseinrichtungen gewaltig zu.

Um die Tafeln ist es aktuell nicht gut bestellt. Das gilt eigentlich deutschlandweit, wenngleich die Situation in den einzelnen Kommunen unterschiedlich sein kann. Ulrike Trümper, Vorsitzende der Unnaer Tafel, zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft. „Nach Corona werden viele Tafeln schließen müssen“, prognostiziert sie.

Trümper, die seit 16 Jahren die Geschicke der Unnaer Tafel führt, weiß, wovon sie spricht. Die Spendenbereitschaft von Unternehmen, Vereinen und Privatleuten sei in der Corona-Krise um 50 Prozent zurückgegangen, hat sie am Dienstag erklärt.

Was aber bleibt, sind die Kosten für Räume, Energie und die Fahrzeuge. „Der ganze Kostenapparat läuft ja weiter. Die 2 Euro, die unsere Kunde für ihre Lebensmittel-Tüten bezahlen, können die Kosten ja nicht decken.“ Und das ist eben nicht nur in Unna so, sondern auch an vielen anderen Stellen in Deutschland so.

Möglicherweise muss der Staat helfen – so, wie er Unternehmen auch durch die Corona-Krise hilft. Bislang ist aber von einer Unterstützung für die ehrenamtlichen Initiativen nicht die Rede. Für die Tafeln wären finanzielle Hilfen nicht nur überlebenswichtig – sie würden auch unterstreichen, wie wichtig dieses Engagement für die Gesellschaft gerade in Corona-Zeiten ist.

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Redaktion Unna

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