Um seine Drogensucht zu finanzieren, wurde ein junger Mann zum Dieb. Auch zwei gestohlene EC-Karten missbrauchte er für seine Zwecke. © dpa
Gerichtsprozess

Drogensüchtiger wurde immer wieder zum Dieb, obwohl er erwischt wurde

Seine Amphetamin-Sucht und die Beschaffung von Nachschub beherrschten das Leben eines 23-Jährigen. Um flüssig zu werden, beging er eine Reihe von Diebstählen in Unna und Umgebung.

Im Herbst 2019 begann der junge Mann, der zuletzt in Dortmund lebte und in der Zwischenzeit im Gefängnis landete, sich einfach zu nehmen, was er benötigte. Seine Beutetour startete er mit zwei Taten in Unna und Dortmund. In Supermärkten stahl er unter anderem Käse, Schokolade und Bratwurst für rund zehn Euro.

Auch ließ er in einem Geschäft zwei Strickmützen für knapp 50 Euro mitgehen. Anfang 2020 steckte er in einer Unnaer Drogerie eine Speicherkarte für 30 Euro und später in einem Supermarkt in Dortmund Pflegemittel und Auto-Aufkleber für 20 Euro ein.

Dass er erwischt wurde, hielt ihn nicht von weiteren Taten ab

Der 23-Jährige wurde stets erwischt. Stoppen konnte ihn das allerdings nicht. Im Gegenteil: Im März 2020 durchstöberte er einen Schuppen in Unna, stieß dort auf den Schlüssel für die Haustür und sah direkt nach, was er dort finden konnte. Er stahl aus einer Handtasche 150 Euro Bargeld und eine Bankkarte, mit der er in den folgenden Wochen sein Unwesen trieb.

In den unterschiedlichsten Supermärkten, Tankstellen oder auch einer Bäckerei kaufte er mit der fremden Karte ein, was er gerade benötigte. Parallel dazu entwendete er aus einem unverschlossenen Auto in Unna eine weitere EC-Karte, mit der er dann ebenfalls einkaufte, in allen Fällen für maximal 25 Euro.

Darüber hinaus geriet der 23-Jährige im Juni vergangenen Jahres im Bereich des Kreisverkehrs am Kreishaus in eine Polizeikontrolle und die Beamten bewiesen Instinkt: In seiner Tasche hatte der junge Mann zwei Tütchen mit 6,4 Gramm Amphetamin und 0,2 Gramm Marihuana. So kam zu den zahllosen Eigentumsdelikten auch noch der unerlaubte Besitz von Drogen hinzu.

Suchtdruck stand über dem Unrechtsbewusstsein

Nun befasste sich das Schöffengericht mit seinen Taten und er räumte alle Vorwürfe umgehend ein. Er habe damals täglich große Mengen Amphetamin konsumiert und seine Gedanken seien nur noch um die Sucht gekreist. Ein Unrechtsempfinden habe er dabei nicht mehr besessen.

Das offene Geständnis, die Drogenabhängigkeit als Hintergrund aller Delikte und der Umstand, dass ein großer Teil der Beute an die Betroffenen zurückging, sprachen letztlich für den 23-Jährigen. Strafschärfend musste sich die Vielzahl der Taten auswirken. Er wurde zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Verbüßung dieser Strafe kann allerdings zu Gunsten einer Therapie zurückgestellt werden.

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