Kinder- und Jugendhospizdienst: Dritter Standort an der Friedrich-Ebert-Straße

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Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna geht einen weiteren Schritt: Ein dritter Standort entsteht unmittelbar neben dem Hauptsitz. Außerdem werden Ehrenamtliche gesucht.

Unna

, 11.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das könnte ich nicht!“ – das ist ein Satz, den Renate Kolkmann und Nadine Franke in diesen Tagen öfter hören. „Dabei glaubt man gar nicht, wie fröhlich es hier zugeht“, sagt Karl-Heinz Tenbrock. Alle drei sind ehrenamtliche Helfer im Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna (AKHD) – und während die Frauen ihren Vorbereitungskurs gerade abgeschlossen haben, ist Tenbrock schon seit Jahren in der Betreuung eines jungen Menschen aktiv. „Mein Junge war 16 Jahre, als ich das erste Mal zu ihm kam“, erinnert sich Tenbrock. „Heute ist er 23.“ Die Medizin und ihre Fortschritte machen es möglich, dass auch lebensverkürzend erkrankte Kinder immer älter und sogar erwachsen werden.

Unterstützung für Familien

Der AKHD hat sich auf die Fahnen geschrieben, betroffene Familien in all der Zeit zu unterstützen. Weil es sich in erster Linie um eine Lebensbegleitung handele, würde ganz natürlich auch viel gelacht. „Wir kommen ja nicht wie ein klassisches Hospiz erst zum Ende, sondern wir können schon mit der Diagnosestellung unterstützend tätig werden“, erklärt Koordinatorin Ariane Rauscher. „Viele haben falsche Vorstellungen von dem, was wir machen. Wir begleiten länger als nur in den letzten Wochen“, betont sie.

Viele Betätigungsfelder

Das Betätigungsfeld der ehrenamtlichen Helfer geht dabei weit über den Besuchsdienst in den Familien hinaus. „Wir suchen auch Leute, die sich in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren, Info-Stände betreuen, in der Buchhaltung helfen, Spenden akquirieren“, zählen die aktiven Helfer auf, dass man nicht zwingend unmittelbaren Besuch zu betroffenen Familien haben muss, sondern den AKHD auch anderweitig gut unterstützen kann.

Aber natürlich kann sich jeder, der das möchte, um die Betreuung eines erkrankten Kindes bemühen, die Eltern unterstützen oder sich um gesunde Geschwisterkinder kümmern. Um auf die Aufgaben vorbereitet zu sein, gibt es Vorbereitungskurse für alle, die sich engagieren wollen. Der nächste beginnt am 28. Februar.

Weiterer Standort in Unna

Das ist auch der Startschuss für eine neuerliche Erweiterung des AKHD. Die Zahl der vom AKHD betreuten Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen nimmt kontinuierlich zu. Vor 15 Jahren begann alles im kleinen Rahmen durch betroffene Eltern, vor einigen Jahren kam ein Standort in Lünen dazu.

Im Mai wird ein dritter, erneut in Unna, offiziell eröffnet – und den wird Ariane Rauscher federführend leiten. Durch sie wird das Team der festangestellten Koordinatoren im Kinder- und Jugendhospizdienst erweitert.

„Wir achten darauf, dass wir nicht zu groß werden“, erklärt Nina Stahl, seit 2012 Koordinatorin beim AKHD. „Wir möchten wissen, wer wer ist und den Überblick behalten.“ Denn zum einen bleiben die Familien durch die Fortschritte der Medizin länger mit dem AKHD verbunden, zum anderen wird das Engagement des Vereins immer bekannter und betroffene Familien melden sich eher bei der Suche nach Hilfe und Unterstützung.

So wächst die Zahl der betreuten Familien kontinuierlich – und auch die inzwischen rund 60 ehrenamtlichen Helfer müssen betreut werden. „Wir wollen kleine Einheiten, deshalb nun der dritte Standort“, sagt Nina Stahl.

Eigenständige Dependence

Der wird Mitte Mai offiziell eröffnet und sein Domizil trotz anderer Adresse unmittelbar neben dem Hauptsitz an der Gabelsberger Straße haben. Er soll ebenso selbstständig arbeiten wie die Dependance in Lünen. Inhaltlich bleibt alles gleich, doch während die Dependence Lünen ihren Schwerpunkt auf Familien im Nordkreis mit Lünen, Selm, Bergkamen legt, will man sich in Unna auf das Gebiet Bönen und den Südkreis fokussieren. „Unsere Ehrenamtlichen bekommen zwar Fahrtgeld und sollen nur Zeit spenden, aber die Wege sollen trotzdem kurz bleiben“, erklärt Stahl.

Vorbereitungskurs

Infoabend am 13. Januar

Wer im neuen Team, das an der Friedrich-Ebert-Straße in Unna seine Basis haben wird, mitwirken möchte, kann den Vorbereitungskurs besuchen, der am 28. Februar beginnt und bis Juni geht. Einen Infoabend dazu gibt es am Montag, 13. Januar, um 18.30 Uhr im AKHD Unna an der Gabelsbergerstraße 5. Einen zweiten Infoabend gibt es am 23. Januar um 18.30 Uhr im Haus am Stadtpark, Bechestr. 3-5 in Schwerte.
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