Dritte Klage zum Baudenkmal zwischen Markt und Kirchplatz in Unna

dzDachschaden

Der Streit um das denkmalgeschützte Fachwerkhaus zwischen Markt und Kirchplatz wird immer komplizierter. Das Verwaltungsgericht hat eine dritte Klage auf dem Tisch. Dabei ist eine schnelle Entscheidung geboten.

Unna

, 21.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines der ältesten Gebäude in der Innenstadt ist in Gefahr, aber Stadt und Eigentümer sind uneins in der Frage, wie dieser Gefahr zu begegnen ist. Das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen soll es entscheiden – möglichst schnell, denn der Schaden an der Dachkonstruktion des Fachwerkhauses lässt nicht viel Zeit.

Umso bedrohlicher wirkt, wie kompliziert das Verfahren geworden ist. Inzwischen gibt es eine dritte Klage des Gebäudeeigentümers Jörn Gurlitt. Ob ein für den 12. Dezember anberaumter Termin für die Verhandlung noch zu halten ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Ursprünglich hatten die Richter das Ziel ausgegeben, noch in diesem Jahr ein Urteil zu fällen. Dafür hat es unter anderem bereits einen Ortstermin gegeben, bei dem der Richter den Streitparteien Hinweise für eine gütliche Einigung unterbreitet hat. Doch der Streit hält an.

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Das Fachwerkgebäude mit der Postanschrift Markt 2 und 3 stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt mitten im historischen Zentrum Unnas. Ungewöhnlich an dem Haus ist, dass es nach außen hin unterschiedliche Gesichter zeigt. Am Alten Markt fügt es sich mit einer verputzten Fassade in das Ensemble der Geschäftshäuser ein. Am Kirchplatz der Evangelischen Stadtkirche zeigt es seine prägende Fachwerkfassade. Die dritte Ansicht ist eher schmucklos und vom Krummfuß aus zu sehen.

Dritte Klage zum Baudenkmal zwischen Markt und Kirchplatz in Unna

Die prägende Fachwerkfassade am Kirchplatz ist ebenfalls geschädigt, aber zumindest gesichert worden. © Sebastian Smulka

Einigkeit besteht nur in der Frage, dass das Haus in Gefahr ist

Anlass für die Rechtsstreitigkeiten ist die Frage nach dem richtigen Umgang mit einem Schaden an der Dachkonstruktion. Beide Streitparteien, Eigentümer Gurlitt und die Stadt Unna als Denkmalbehörde, sehen einen dringenden Handlungsbedarf. Gurlitt aber hatte einen Teilabriss des Daches beantragt, um es danach leicht verändert neu aufzubauen zu können.

Die Stadt lehnt dies kategorisch ab, weil gerade die Bauteile in den oberen Geschossen aus Sicht der Denkmalpfleger besonders wertvoll seien. Die Stadt wünscht sich daher eine möglichst denkmalgerechte Sanierung. Auf Geheiß der Stadt war zwischenzeitlich einmal eine notdürftige Sicherung vorgenommen worden, deren Wirkung aber inzwischen auch nachzulassen scheint.

Gurlitts drei Klagen richten sich gegen den Denkmalschutz an sich, gegen den Ablehnungsbescheid für seinen Abrissantrag und nun neu gegen eine weitere Ordnungsverfügung der Stadt für eine vorläufige Sicherung des Gebäudes.

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