Doch zu gefährlich: Fahrradfahren soll auf Hertinger- und Wasserstraße tabu bleiben

dzFußgängerzone

Die Stadtverwaltung rät von einer Freigabe der Hertinger- und Wasserstraße in Marktnähe für Radfahrer ab. Ein Grund: Von Radlern Schrittgeschwindigkeit zu erwarten, hätte keinen Sinn.

Unna

, 06.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn Fahrradfahrer die Hertingerstraße zwischen dem Fässchen und dem Markt und die Wasserstraße vom Krummfuß an aufwärts befahren dürften, wäre das eine gute Wegeverbindung und würde Unna ein Stück attraktiver machen für Fahrradfahrer. Mit dieser Einschätzung beantragte der Fahrradclub ADFC die Freigabe dieser Fußgängerbereiche für den Radverkehr. Politisch erwies sich die Idee bisher als umstritten, aber nicht undenkbar. Die Stadtverwaltung rät aber jetzt davon ab.

Fahrradfahrer meist schneller als „Schritt“

Die Verwaltung hinterlegt den ADFC-Antrag nun mit einer umfangreichen Einschätzung. Sowohl die Wasser- als auch die Hertingerstraße sind als Fußgängerzonen ausgezeichnet. Grundsätzlich wäre es möglich, diese Straßenabschnitte für den Radverkehr freizugeben, auch zeitlich oder räumlich eingeschränkt, auch versehen mit einem Zusatzhinweis auf die einzuhaltende Schrittgeschwindigkeit. Nach Einschätzung der Ordnungsbehörde aber wäre das Fahrradfahren an diesen Stellen zu gefährlich: Radfahrer hielten sich erwartbar nicht an das Schritttempo. Und Fußgänger, die nach wie vor Vorrang behalten sollen, fühlten sich von den Radfahrern womöglich gefährdet.

Hier Gefahr für Senioren, dort Gefälle

Fahrradfahrer wären in der Fußgängerzone zwangsläufig schneller unterwegs als Fußgänger, heißt es in einer Beschlussvorlage aus dem Rathaus. Bei einem Tempo von nur 4,8 bis 5,9 km/h - der tatsächlichen Geschwindigkeit von Fußgängern - würden Radfahrer ins Straucheln geraten. Die Stadt weist darauf hin, dass auf der Hertingerstraße aufgrund des Seniorentreffs Fässchen zudem viele ältere Menschen unterwegs seien, noch langsamer als der durchschnittliche Fußgänger. Und auf der Wasserstraße stadtauswärts würden Radfahrer deutlich schneller hinabrollen.

Doch zu gefährlich: Fahrradfahren soll auf Hertinger- und Wasserstraße tabu bleiben

Theoretisch könnte die Wasserstraße für den Fahrradverkehr freigegeben werden. Wegen des Gefälles wären Radler aber gefährlich schnell unterwegs, argumentiert die Stadt. © Marcel Drawe

Es sei „realistischerweise nicht zu erwarten, dass die Fahrradfahrer durchgehend bremsen. Aus diesem Grund könnte dort nicht nur der Vorrang der Fußgänger missachtet, sondern diese sogar gefährdet oder wenigstens gezwungen werden, nur noch in einem Randbereich der Straße zu gehen. Dies würde wiederum dem Zweck der Fußgängerzone widersprechen“, schreibt die Stadt. Die Erfahrung des Fußgängerzonen-Bereichs vor dem Rathaus zeige, dass sich Radfahrer in der Regel nicht an die Schrittgeschwindigkeit halten.

Die Verwaltung berichtet, der City-Werbering stimme ihrer Auffassung zu und halte es für zumutbar, das Fahrrad auf besagten Straßen zu schieben.

Eine Entscheidung soll am 25. Juni fallen im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung.

Der Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung tagt am 26. Juni um 17 Uhr im Ratssaal.
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