Die Zugkraft der Lichtkunst entfaltet sich besonders nachts

dzNacht der Lichtkunst

Die „Nacht der Lichtkunst“ hat zahlreiche Menschen in Unna in ihren Bann gezogen. Die Hellwegstadt stand im Zentrum der besonderen Aktion.

von Sebastian Pähler

Unna

, 24.11.2018, 22:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Sternen entgegen gestrahlt hat Unna und die Region in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Das lag nicht allein an den Lichterketten, die allmählich überall die Weihnachtszeit einläuten, sondern vor allem an der dritten „Nacht der Lichtkunst“, die wieder zahlreiche Besucher zu verschiedenen Lichtkunstwerken an besonderen Landmarken der Hellweg-Region führte.

Schlagendes und vor allem leuchtendes Herz im Zentrum der Busreisestrecken, die die verschiedenen Spielorte miteinander verbanden, war selbstverständlich Unna, wo das Zentrum für internationale Lichtkunst in der Lindenbrauerei zum Gradmesser für Lichtkunst im Jahr 2018 wurde.

Die Zugkraft der Lichtkunst entfaltet sich besonders nachts

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Oft lohnt ein ganz genauer Blick, wenn man sich mit Lichtkunst auseinandersetzt. © Sebastian Pähler

Die frühen Gäste erlebten in James Turrells architektonischer Installation „Skyspace“ die in Szene Setzung des großartigen Schauspiels der Dämmerung, bevor das Programm mit fortschreitender Dunkelheit seine Wirkung entfaltete. Zur Führung durch das Zentrum für Internationale Lichtkunst gehörte selbstverständlich ein Blick in die Dauerausstellung mit bekannten Vertretern wie Jan van Munsters „Ich (im Dialog)“ oder Keith Sonniers „Tunnel of Tears“.

Die Zugkraft der Lichtkunst entfaltet sich besonders nachts

Die Besucher der „Nacht der Lichtkunst“ zeigten für das, was sich um sie herum ereignete. © Sebastian Pähler

Darüberhinaus hatten die Besucherinnen und Besucher aber auch die Möglichkeit, einen Blick in die soeben erst eröffnete Ausstellung „Excess“ des spanischen Lichtkünstlers Bernardi Roig zu werfen. Die weißen Skulpturen, oft ältere Durchschnittsmenschen, in beklemmenden oder mitleiderregenden Posen, entfalten durch die Inszenierung im grellen Licht ihre starke Wirkung auf das Publikum.

Die Zugkraft der Lichtkunst entfaltet sich besonders nachts

Licht in seiner luxuriösen Form: Das Foyer im ZIB als Raum für die Kunst. © Sebastian Pähler

Auch das Zentrum für Information und Bildung wurde angemessen in die Veranstaltung eingebunden. Schon die Drehtür zum ZIB hatte der Berliner Künstler Stephan Brenn in ein Kunstwerk verwandelt. Mikrofilm verlieh dem Eingang eine mysteriöse, halbtransparente Erscheinung. Alltägliches und fremdartigen Fundstücke verwandelten sich als Projektion auf der Wand des Kinos zur Lichtinstallation. „Das Lustige ist, wie sich Dinge von Alltagsgegenständen in Kunst verwandeln. Das ist wie eine ganz andere Welt“, so Brenne, der sein Kunstwerk an dem Abend immer wieder selbst veränderte.

Die Zugkraft der Lichtkunst entfaltet sich besonders nachts

Lichtkunst ist spannend. Es lohnt, sich intensiv mit den Exponaten zu beschäftigen. © Sebastian Pähler

Die Teilnehmer der „3. Nacht der Lichtkunst konnten in diesem erstmals nach dem Hop-On/Hop-Off frei wählen in welcher Reihenfolge sie die Spielorte Ahlen, Lippstadt und Soest Besuchten. Aber auch wer die vorgeplanten Busreisen boten viele Möglichkeiten. So konnten die Lichtkunstinteressierten, die in Unna zustiegen, etwa nach dem Besuch im Lichtkunstzentrum in Bergkamen die Medienskulptur „no agreement today, no agreement tomorrow“ von Andreas M. Kaufmann oder die Wasserleinwand von Birgit Hölmer kennenlernen.

Die Zugkraft der Lichtkunst entfaltet sich besonders nachts

Auch im Freien ist Raum für Kunst. © Sebastian Pähler

Anschließend ging es nach Hamm, wo zum Beispiel die „Blaue Welle“ von Vollrad Kutscher und die „Regenbogenbrücke“ von Horst Rellecke erkundet werden konnte, ehe die Lichtexpedition mit einem Besuch am Bönener Förderturm zu Ende ging, wo Mischa Kubals „Yellow Marker“ eine wichtige Landmarke von „Hellweg – ein Lichtweg“ markiert.

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