Die Volksbank ist offen für weitere Zusammenschlüsse

dzVolksbank Unna

Die Volksbank Unna zieht für das Geschäftsjahr 2019 ein positives Resümee. Rekordergebnisse gab es im Kreditgeschäft ebenso wie im Wertpapiergeschäft. Die Herausforderungen sind aber groß.

Unna

, 12.02.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein erfolgreiches Geschäftsjahr liegt hinter der Volksbank Unna, die eine Niederlassung der Dortmunder Volksbank ist. Die Volksbank Unna erreichte im vergangenen Jahr einen Geschäftsumfang von 2,004 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 95 Millionen Euro beziehungsweise fünf Prozent. Bei der Vorstellung der Bilanz richtete Niederlassungsleiter Peter Zahmel seinen Blick aber weniger zurück als vielmehr nach vorn.

Viele Herausforderungen

Die Volksbank Unna steht, wie alle anderen Regionalbanken auch, vor großen Herausforderungen. Die Digitalisierung, die demografische Entwicklung, die EU-Finanzpolitik mit Negativzinsen und das sich rapide verändernde Kundenverhalten sind Beispiele dafür.

Ein Weg, diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen, sind für Zahmel Zusammenschlüsse. Im vergangenen Jahr ist die Volksbank Dortmund mit der Volksbank Waltrop verschmolzen. „Wir begrüßen diesen wegweisenden Schritt sehr, denn dies stärkt nicht nur die Gesamtbank, sondern auch uns als Volksbank Unna“, so Peter Zahmel.

Fusionen bringe neue Möglichkeiten

Fusionen brächten neues Know-How und neue Möglichkeiten in die Gesamtbank. In Zeiten von Negativzinsen, Digitalisierung, Demografie und Regulatorik seien Zusammenschlüsse von kleineren Instituten mit größeren umso wichtiger.

„Nur in der Gemeinschaft kann man die Hürden erfolgreich nehmen, die uns als Regionalbank in den Weg gestellt werden. In Unna sind wir diesen Schritt bereits 2004 gegangen. Das war eine richtungsweisende Entscheidung für unser Institut“, stellte Zahmel heraus. „Für weitere Zusammenschlüsse sind wir daher als Gesamtbank sehr offen.“ Mögliche Namen nannte er nicht. Voraussetzungen seien aber eine saubere Bilanz und ein passendes Geschäftsmodell.

Die Volksbank ist offen für weitere Zusammenschlüsse

Peter Zahmel übte Kritik an den Plänen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, ein europäisches Einlagensicherungssystem einzuführen. © Jan Heinze/jan-heinze.de

Zahmel kritisierte den Vorschlag der neuen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, ein europäisches Einlagensicherungssystem, genannt EDIS, einzuführen. Die Vergemeinschaftung der Einlagensicherung ist und bleibt falsch. Europäische Solidarität darf doch nicht bedeuten, eigene Lasten systematisch auf andere zu schieben. Risiko und Haftung dürfen eben nicht auseinanderfallen“, warnte er.

Volksbank Unna

Teil der Dortmunder Volksbank

  • Die Volksbank Unna bietet Bankprodukte und Finanzdienstleistungen für Privatkunden und mittelständische Unternehmen.
  • Sie ist Teil der Dortmunder Volksbank, die vor über 120 Jahren gegründet wurde. Mit ihrem Filialnetz in Dortmund, Hamm, Unna, Schwerte sowie Castrop-Rauxel und rund 241.000 Kunden ist das genossenschaftliche Institut die größte Volksbank in NRW.
  • Mit ihren insgesamt 960 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 7,18 Milliarden Euro (2019) zählt die Dortmunder Volksbank auch deutschlandweit zu den größten genossenschaftlich betriebenen Geldinstituten.
  • Die 155.311 Mitglieder der Dortmunder Volksbank werden durch den Erwerb eines oder mehrerer Geschäftsanteile zu Miteigentümern und können an demokratischen Entscheidungsprozessen innerhalb des Unternehmens mitwirken.
  • Ihre Verbundenheit mit der Region beweist die Volksbank unter anderem durch die Förderung lokaler Kulturprojekte, Sportsponsoring sowie der Finanzierung von Stipendien und Stiftungen.

Keine Negativzinsen im Privatkundenbereich

Negativzinsen im Privatkundenbereich seien nicht geplant, versprach Zahmel. „Das Thema Negativzinsen haben wir 2019 von der breiten Masse unserer Privatkunden fernhalten können. Wir werden allerdings das Marktgeschehen weiter beobachten müssen. Konkrete Pläne für flächendeckende Negativzinsen gibt es derzeit nicht.“ Möglich ist aber, dass es alte Angebote künftig nicht mehr gibt.

Kredite sind nach wie vor gefragt

Kredite sind bei der Volksbank nach wie vor gefragt. Das Volumen stieg 2019 auf 954 Millionen Euro. Das Neugeschäft von 168 Millionen Euro setzt sich aus 118 Millionen Euro von Firmenkunden und 50 Millionen Euro von Privatkunden zusammen.

Erfolgreiches Immobiliengeschäft

Der Zinsertrag – also das, was die Volksbank von den Kreditkunden und aus eigenen Wertpapieren erhält – lag erneut spürbar unter dem des Vorjahres. Erfreulicher ist für die Volksbank das Provisionsergebnis, das aufgrund des sehr guten Immobilien- und Wertpapiergeschäftes das höchste bisher sei. „Im Bereich Immobilien haben wir 2019 ein Rekordjahr erlebt. Nach wie vor ist die Nachfrage immer noch größer als das Angebot“, betonte Zahmel.

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