Die verschiedenen Gesichter der Heimat Königsborn

dzFotoausstellung

„Die Heimat hat viele Gesichter.“ Einige von ihnen sind nun in einer Fotoausstellung zu sehen, die die Gesichter aus der Heimat Königsborn im Zentrum für Information und Bildung zeigt.

von Sebastian Pähler

Unna

, 19.09.2019, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind Großeltern und junge Paare, Hobbyisten und Berufstätige, Alteingesessene und Neubürger – die Menschen, die derzeit auf den Fotos im ZIB zu sehen sind. Aber sie alle eint, dass sie Königsborn ihre Heimat nennen. Genau darum geht es in der Ausstellung „Heimat hat viele Gesichter“, die am Mittwoch eröffnet wurde.

Ein Stadtteil zeigt sich

Angetan von dem Ergebnis zeigten sich die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung. Es ist oft charmant, manchmal komisch, in jedem Fall aber beispielhaft für Königsborn, was auf den Bildern zu sehen ist: Menschen von hier, die sich so zeigen, wie sie sich am wohlsten fühlen.

Da sieht man Kinder spielen, Menschen ihre Hunde ausführen oder im Garten arbeiten. Heimat hat eben viele Gesichter, und genau das wollte das Projekt „Soziale Stadt Unna-Königsborn-Süd-Ost“ mit der Aktion zeigen.

„Das ist ein Projekt, das Königsborn Spaß gemacht hat“, berichtete Liberto Balaguer. Der Quartiersmanager freut sich darüber, was die Fotoarbeiten mit dem Stadtteil gemacht haben. Dabei ging es nicht nur um das fertige Ergebnis. „Im Quartier hat das durchaus zu Gesprächen geführt“, erklärte er. „Die Leute haben gefragt, machst du mit, machst du nicht mit. Einige haben sich dann auch dagegen entschieden, aber dass sie miteinander reden ist genau das, was wir erreichen wollten.“

Die verschiedenen Gesichter der Heimat Königsborn

Einige der vielen Gesichter Königsborns trafen sich bei der Ausstellungseröffnung des Fotoprojekts „Heimat hat viele Gesichter“ im ZIB. © Sebastian Pähler

Kreativer Prozess

Der Foto-Club Unna war sofort bereit, diesen Stadtteil, der mit seine vielen Sprachen und Kulturen oft als Problemstadtteil gilt, zu porträtieren. Man sei einfach raus gegangen und habe die Menschen angesprochen, ob sie nicht mitmachen wollen, berichtete Fotografin Susanne Hülsmann, die stellvertretend für die Mitglieder des Foto-Clubs bei der Eröffnung ihre Erfahrungen schilderte.

Viel aufwendiger als das fotografieren waren die vorangegangenen Gespräche. „Uns war wichtig, dass die Menschen nicht zum Subjekt werden, sie waren immer Teil des Prozesses und konnten nachher auch auswählen, welche Bilder genommen werden“, berichtete Balaguer. „Die müssen sich auch wiedererkennen“, stellte er fest.

Für die Abgebildeten gab es viele Gründe, an der Aktion teilzunehmen. So wollte beispielsweise Alexander Schönhals als Gemeindeleiter einer russischsprachigen, christlichen Gemeinde für seine Mitbürger ein Vorbild sein. „Die haben Angst bei Projekten mitzumachen“, erzählte er. „Heimat ist, wo man sich wohl fühlt. Aber man kann sich nur da wohlfühlen, wo man sich auch einbringt“.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. September.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Heimat hat viele Gesichter

Wie unterschiedlich die Menschen sind, die Königsborn zu dem Stadtteil machen der es ist, können Besucher bei dem Fotoprojekt "Heimat hat viele Gesichter", feststellen.
19.09.2019
/
Heimat hat viele Gesichter, das zeigt die Ausstellung zum gleichnamigen Fotoprojekt im ZIB ganz eindrucksvoll.© Sebastian Pähler
Auch Bürgermeister Werner Kolter zeigte sich sehr angetan von den Fotos der Ausstellung.© Sebastian Pähler
Das Interesse an der Ausstellung im ZIB war sehr groß. Es hatte ja auch ein ganzer Stadtteil mitgemacht.© Sebastian Pähler
"Heimat ist da, wo ich mich zuhause fühle", zitierte Bürgermeister Werner Kolter in seiner Begrüßung. Für ihn ein tolles Leitmotiv für eine tolle Ausstellung.© Sebastian Pähler
Für Ksenija Sakelsek, Vorsitzende des Integrationsrats, war das Projekt ein Beispiel dafür, das jeder in Unna am öffentlichen Leben teilhaben kann, solange er hier lebt.© Sebastian Pähler
Als Quartiersmanager hat Liberto Balaguer das Projekt in Königsborn von Anfang an begleitet.© Sebastian Pähler
Für Alexander Schönhals (r.) war es eine selbstverständlichkeit, sich als Gemeindeleiter einer freien christlichen Gemeinde an einem Projekt des Stadtteils zu beteiligen.© Sebastian Pähler
Zufrieden mit dem Ergebnis zeigten sich die Menschen, die sich für das Projekt "Heimat hat viele Gesicher" als Fotomotive zur Verfügung gestellt hatten.© Sebastian Pähler
Die Freude war groß bei jedem, der sich oder einen Bekannten auf den Bildern der Ausstellung entdeckte.© Sebastian Pähler
Rafah Khankan und Meheo Alzir waren mit ihrem Bild sehr zufrieden. Für sie war das Projekt auch eine Gelegenheit, Deutsch zu üben und sich über Fotografie auszutauschen.© Sebastian Pähler
Selten hat eine Fotoausstellung so viele Besucher in die Schwankhalle des ZIB gelockt.© Sebastian Pähler
Auch Ludwiga Platthaus freute sich, als sie ihr Bild entdeckte.© Sebastian Pähler

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Trotz Nachwuchsproblem

Vereinsgründung: Was sich die Marinekameradschaft Unna davon verspricht

Hellweger Anzeiger Gesundheit

Mit tropischen Pflanzen zu mehr Erfolg im Bett: Unnaer Mediziner gibt ungewöhnliche Sex-Tipps

Hellweger Anzeiger Mit vielen Fotos

Umweltschutz macht keine Ferien: Wie Grundschüler den bewussten Umgang mit Papier lernen

Hellweger Anzeiger Neben dem Kamen-Karree

Das passiert neben Ikea und L‘Osteria: Namhafte Firmen in der Warteschlange

Meistgelesen