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Die Stadt Unna will Umweltschutz wieder mehr zum Erlebnis machen

dzÖkologieprojekt

Umwelt- und Klimaschutz muss auch vor Ort stattfinden. Mehr denn je gibt es Anlass, das Thema Ökologie in der Stadt erlebbar zu machen. Die Verwaltung hat dazu nun auch wieder ausreichend Personal.

Unna

, 08.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Zugegeben, im regnerischen Winter sieht alles, was draußen ist, recht trostlos aus. Am Eindruck einiger Stationen des stadtökologischen Erlebnispfades wird aber auch die Frühlingssonne wenig ändern, wenn sie irgendwann wieder durchbricht. Beschmiert, abgebrochen, verwaist - wer den Pfad abgeht, findet einige Abschnitte in schlechtem Zustand. Dass die Stationen immer wieder mutwilliger Zerstörung ausgesetzt sind, daraus macht auch das städtische Umweltamt kein Geheimnis. Im Jahr 2005 war der Erlebnispfad mit 20 unterschiedlichen Stationen in der Innenstadt freigegeben worden. Viele Elemente sind intakt. Welchen ökologischen Wert die Buche an der Post hat, ist auf einer Tafel nachzulesen, wenngleich Elemente abgebrochen wurden. Fassadenbegründung wächst, das Bienenhotel an der Peter-Weiss-Gesamtschule ist dank Pflege durch die Schule nach wie vor „geöffnet“. Der Erlebnispfad wird immer noch pädagogisch genutzt, sagt Rolf Böttger, Leiter des Bereichs Umwelt bei der Stadt Unna. Anfragen von Schulen, sogar aus Kamen, bestätigten das.

Hauptproblem Vandalismus

Einige Elemente aber wurden schon schnell durch Vandalismus unbrauchbar gemacht. Beispiel Neumarkt: Der Künstler Peter Trautner hatte die „Müllwaage“ gebaut, auf der Umweltrunde Station Nummer 9. Das Wiegelement zerstörten Unbekannte frühzeitig. Es blieb eine Pyramide aus Plexiglas, die zumindest noch eindrucksvoll die Menge an Hausmüll darstellte, die ein Durchschnitts-Unnaer produziert. 2000 Euro habe es gekostet, die Pyramide nach einer Zerstörung zu ersetzen. „Das kann man einmal machen, aber irgendwann ist der Punkt gekommen, wo es nicht mehr geht“, sagt Rolf Böttger, Leiter des Bereichs Umwelt bei der Stadt Unna. Ein solches Element immer wieder instandzusetzen, sei nicht sinnvoll. So ist das Umweltamt irgendwann dazu übergegangen, die aufwendigeren Stationen abzubauen. Bei dem künstlerischen Müllberg sieht das so aus, dass nur noch eine Tafel mit Informationen daran erinnert.

Gerade die komplexeren Stationen waren allerdings auch spannend. An der Wasserstraße konnte der Nutzer an einem riesigen Wasserhahn drehen. Dadurch schoss auf einen Rutsch die Menge Trinkwasser in einen Behälter, die ein Unnaer am Tag verbraucht. Kaum überraschend wurde auch diese Anlage mehrfach zerstört. „Von einer erneuten Wiederherstellung wurde abgesehen“, heißt es in einer Dokumentation aus dem Umweltamt zum Erlebnispfad. Wie gehen wir mit Wasser um? Diese Frage ist seit dem Dürresommer 2018 für viele Menschen eine drängende. Der Bedarf an der Vermittlung von Umweltthemen ist also größer denn je. Auch das bestätigt Böttger. Und er sieht nach wie vor viel Potenzial auf der lokalen Ebene. Erwärmung in der Stadt, die Filterleistung von Bäumen, Müll, Wasser - all das seien lokale Themen. „Umweltschutz findet vor Ort statt, und jeder hat Einflussmöglichkeiten“, sagt Böttger.

Die Stadt Unna will Umweltschutz wieder mehr zum Erlebnis machen

Diese Station des Erlebnispfads ist beschmiert, funktioniert aber. Nutzer können auf spielerische Weise verschiedene Stadtbäume kennenlernen. © Raulf

Den ökologischen Erlebnispfad aufgrund fortwährender Zerstörung aufzugeben, davon sei die Stadt deswegen weit entfernt, nicht nur, weil vieles davon ja funktioniere wie am ersten Tag. Im Gegenteil. „Wir werden das Thema jetzt wieder etwas offensiver bearbeiten“, sagt Böttger. Nach einer längeren Vakanz sei das Umweltamt inzwischen wieder voll besetzt. Und nach dem Winter soll der Erlebnispfad intensiv begutachtet werden. „Wir überlegen auch, wie wir ins digitale Zeitalter einsteigen können“, sagt Böttger. Zwar haben alle Tafeln inzwischen auch QR-Codes. Wer ein Smartphone hat, kann diesen einscannen und gelangt so automatisch auf die entsprechende Internetseite der Stadt. Hier ließe sich aber noch einiges optimieren, um die Informationen jugendgerechter aufzubereiten.

Eine digitale Stadtführung böte auch die Möglichkeit, sie mit vergleichsweise geringem Aufwand zu ergänzen. So gibt es in Unna jetzt und künftig Elemente, die gut in die Thematik passen würden. Im Bornekamp soll der Kortelbach offen gelegt werden: Unnas natürlicher Wasserlauf wird erlebbar. Für den Kurpark hat die Jugendkunstschule ein Projekt zum Bau von Vogelhäusern gestartet. Rolf Böttger berichtet von größeren Blühflächen, die an mehreren Stellen in Unna in diesem Jahr angelegt werden sollen zur Förderung der Insektenvielfalt.

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Die Stadt veröffentlicht Informationen zum ökologischen Erlebnispfad auf ihrer Internetseite, auch eine recht aktuelle Dokumentation des Zustands der Stationen.
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