Die Stadt Unna will noch rigoroser gegen Mountainbiker-Szene im Bornekamp vorgehen

dzNaturschutz

Die Stadt Unna will mit wöchentlichen Kontrollen und ständigem Abbau von Rampen gegen das Mountainbiking im Bombentrichter vorgehen. Sie verweist auf die geltenden Rechtslage.

Unna

, 14.09.2019, 11:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass der Aufbau von Rampen und das Mountainbiking im Bombentrichter im Bornekamp in Unna verboten ist, ist unumstritten. Auseinander gehen aber die Meinungen darüber, wie man mit diesem Verbot umgehen soll. Unnas Stadtverwaltung will weiter rigoros dagegen vorgehen.

„Wir kontrollieren den Bereich jetzt wöchentlich und werden aufgebaute Rampen auch immer wieder entfernen“, erklärte der Beigeordnete Dirk Wigant jetzt im Haupt- und Finanzausschuss. Er verwies auf die geltende Rechtslage und listete eine ganze Reihe von Verstößen gegen das Landschaftsschutzgesetz und das Forstgesetz auf, die die Mountainbiker dort begehen.

Zugleich räumte Wigant ein, dass die Stadt Unna den letzten Abbau nicht auf Veranlassung durch den Kreis Unna vorgenommen habe. Einer entsprechenden, früheren Behauptung der Stadtverwaltung hatte der zuständige Dezernent des Kreises, Ludwig Holzbeck, widersprochen. Der Kreis habe den Abbau nicht angewiesen.

Holzbeck hatte zudem deutlich gemacht, dass das Mountainbiken und insbesondere der Aufbau von Rampen und das Bewegen von Erdmassen verboten sei. Er hatte aber in Aussicht gestellt, dass es Ausnahmen dafür geben könne. Dafür müsse ein öffentliches Interesse vorliegen, das unter anderem mit der Jugendarbeit begründet werden könne.

Die für den Jugendbereich der Stadt zuständige Beigeordnete Kerstin Heidler zeigte jedoch wenig Begeisterung. Sie argumentierte vor allem damit, die Stadt habe eine Verkehrssicherungspflicht. Es komme im Schnitt jährlich zu einem Einsatz mit Rettungswagen am Bombentrichter.

„Gespräch mit Bikern suchen“

Die meisten Parteien sind mit der Stadtverwaltung auf einer Linie. Nicht so die SPD um ihren Fraktionschef Bernd Dreisbusch. Der hatte bereits selbst das Gespräch mit den Bikern gesucht und einen Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, ob es alternative Flächen gibt, wenn eine Freigabe für den Bombentrichter unmöglich sei. „Der Bombentrichter ist für die Mountainbiker allerdings ideal“, erklärte er.

Er regte an, das Gespräch mit den Bikern zu suchen. Die seien offen dafür. Dreisbusch: „Dann müssen wir aber auch was im Köcher haben und ein Angebot machen.“ Denkbar wäre, dass die Biker einen Verein gründen. Der könnte dann sogar Sportfördermittel der Stadt in Anspruch nehmen.

Der Weg zu einer Einigung erscheint aber genauso schwierig wie ein Ritt über die Rampen im Bombentrichter.

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