Gewerbepark statt Innenstadt: In Unna verlässt die Post die Post

dzWirtschaft

Wer in Unna „die Post“ sagt, meint oft das historische Postamt im Norden der Innenstadt. Dieser Name wird vermutlich auch in Zukunft bestehen bleiben – obwohl die „echte“ Post nun auszieht.

Unna

, 19.06.2020, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was die Unnaer als „die Post“ bezeichnen, hat nur noch mittelbar mit dem gelben Brief- und Paketdienst zu tun. Das historische Bauwerk am der Bahnhofstraße ist in Privateigentum. Das Personal am Schalter, das Briefmarken verkauft und Pakete annimmt, erledigt diese Aufgabe als externer Dienstleister. Denn angestellt sind die vermeintlichen Postbeamten bei der Postbank – und diese ist inzwischen eine Tochter der Deutschen Bank AG.

Das letzte bisschen Deutsche Post AG, das in der „Post“ arbeitet, soll nun ebenfalls abgezogen werden. Der Logistikkonzern verlässt den Traditionsstandort vermutlich im kommenden Jahr, um Räume mit zeitgemäßen Bedingungen zu beziehen.

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Dass sich die Post aus der Post zurückziehen könnte, war schon klar geworden, als ein Unnaer Architekt den Auftrag erhielt, Entwicklungsperspektiven für das Gebäude zu suchen und sie mit dem Rathaus abzustimmen. Jetzt bestätigt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises, der Post einen neuen Platz vermittelt zu haben.

Post bezieht Neubau an der Hansastraße

Er wird sich in dem Gewerbegebiet an der Hansastraße befinden. Dort hat die WFG der Post nun eine Fläche von 7100 Quadratmetern verkauft, auf der die Post einen Neubau errichten will. Beginnen sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr. Eine Betriebsaufnahme soll 2021 beginnen – vielleicht im Sommer, vor allem aber vor dem Weihnachtsgeschäft.

Die Post nennt diese Art von Standort einen „Zustellstützpunkt“. Es wird ein Übergabepunkt sein, an dem die Zusteller ihre Lastenfahrräder und Transporter beladen, bevor sie mit Briefen und Paketen zur Tour in ihre Bezirke aufbrechen. Die WFG spricht von rund 40 Arbeitsplätzen, die an diesem Standort angesiedelt sind, sofern man das bei einer derart mobilen Tätigkeit so nennen kann.

Postkunden sind eigentlich Postbankkunden

Der Verbraucher wird von diesem Umzug vermutlich gar nicht so viel merken. Der von der Postbank betriebene Schalter im historischen Postgebäude ist von dem Umzug nicht betroffen, da es sich um ein ganz anderes Unternehmen handelt. Insofern können die Unnaer auch weiterhin „zur Post“ gehen und dort „Post“ verschicken.

Gedankenspiele für einen Umbau des historischen Gebäudes sehen neue zusätzliche Nutzungen vor – vielleicht sogar mit einer kleinen Außengastronomie, hauptsächlich aber mit „stilleren“ Gewerken wie Büros oder Arztpraxen.

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