Ein Airbus A 400 M bei einem Testflug, aufgenommen über dem damals noch in Bau befindlichen Hauptstadtflughafen BER. Ein solcher Flieger steuerte am Mittwochmorgen auch den Regionalflughafen DTM an – und überflog dabei Teile von Unna. © picture alliance / dpa
Luftverkehr

Die Luftwaffe im Anflug auf den Dortmunder Flughafen

Flugzeuge am Himmel über Unna sind für die Bewohner der Stadt nichts Ungewohntes. Am Mittwochmorgen allerdings setzte ein seltenes Modell zur Landung an: ein militärischer Airbus A400M.

Wer gerade draußen unterwegs war, erlebte um 9.25 Uhr ein ungewöhnliches Schauspiel am Himmel über Unna. Auffällig war es eher optisch als akustisch: Flugzeuge mit vier Propellerantrieben sind in der modernen Luftfahrt selten. Dass dieses „Baumuster“ zudem mit erstaunlich wenig Geräuschentwicklung eher durch die Lüfte zu gleiten schien, machte die Irritationen komplett. Die Kundigen unter den Zuschauern deuteten den matt-dunklen Anstrich dieses Frachtfliegers richtig: Ein Airbus A400M schien zur Landung am Flughafen Dortmund anzusetzen.

Tatsächlich ging es dabei wohl eher um den Anflug als um die eigentliche Landung. Der Flughafen bestätigt den Überflug, der innerhalb der Flugkorridore der zivilen Luftfahrt natürlich auch vom Militär angemeldet werden muss. Der Airbus der Luftwaffe hatte also keine Fracht nach Dortmund zu verlegen oder dort aufzunehmen. Es ging wohl eher um die Ausbildung der Piloten.

Details werden dem Flughafen natürlich nicht mitgeteilt, denn das Militär lässt sich nicht gern in die Karten schauen. Offenkundig ist es aber kein Zufall, dass der Anflug auf einen zivilen Flughafen erfolgt ist. Solche „Besuche“ der Luftwaffe kämen immer wieder vor, erklärte Unternehmenssprecherin Davina Ungruhe. Zuvor habe ein Airbus A400M der Luftwaffe am 19. Februar einen ILS-Anflug gemacht, sich also vom Instrumentenlandesystem des Dortmunder Flughafens zu dessen Piste leiten lassen. Auf die Landung werde dabei verzichtet: Ohne aufzusetzen sei auch jene Maschine nach erfolgtem Landeanflug durchgestartet.

Militär muss auch auf zivilen Flughäfen landen können

Solche Übungsszenarien haben durchaus Sinn. Anflüge auf zivile Flughäfen können im Ernstfall eine taktische Bedeutung haben – sei es mit dem Ziel einer Truppenverlegung oder im Rahmen des Gütertransports. Der offiziell erste Soldat der Bundeswehr, der durch feindlichen Beschuss verwundet worden ist, war der Lademeister einer Transall, die im Bosnienkrieg an der Luftbrücke für die Versorgung von Sarajevo beteiligt war.

Der Airbus A400M gilt zudem weiterhin als Flugzeug im Erprobungsbetrieb. Zwar ist die erste Maschine dieses Typs bereits Ende 2014 an die deutsche Luftwaffe übergeben worden, doch im Grunde genommen handelte es sich anfangs um abgespeckte Versionen, die nicht über alle der vereinbarten Fähigkeiten verfügen. Die vorläufig endgültige Version des Transportflugzeugs wird im Laufe dieses Jahres erwartet, und mit Nachrüstung der bereits ausgelieferten Flugzeuge soll das System bis 2027 ganz eingeführt sein.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
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Sebastian Smulka
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