Der „Viktor“ geht nach Österreich

Mord am Hellweg

Düster und hoch spannend, das ist der Schreibstil mit dem Autorin Michaela Kastel aus Österreich die Jury des „Viktor Crime Award“ von sich überzeugte.

09.11.2018, 23:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der „Viktor“ geht nach Österreich

Der düstere Erzählstil von Preisträgerin Michaela Kastel (l.) verschlägt auch Moderatorin Margarete von Schwarzkopf (r.) die Sprache.

Einen Tag vor Ende des größten Krimifestivals Europas nahm am Freitagabend vor ausverkauftem Haus im Unnaer Tanzcenter Kochtokrax Michaela Kastel den „Viktor Crime Award“ entgegen. Preisstifter und Juryvorsitzender Sebastian Fitzek überreichte die mit 6.666 Euro dotierte und dieses Jahr erstmals verliehene Auszeichnung persönlich an die österreichische Thrillerautorin.

Mit dem neuen Preis wird laut Ausschreibung eine neue Stimme der Thriller- und Kriminalliteratur geehrt. „Etwas wo wir sagen, Mensch, das verdient jetzt international oder zumindest europaweit noch mehr Beachtung“, erläuterte Fitzek, der mit dem Preis etwas zurückgeben möchte, gab ihm „Mord am Hellweg“ doch die Möglichkeit, am Anfang seiner Karriere ein größeres Publikum zu erreichen. Mit ihrem Roman „So dunkel der Wald“ legt Michaela Kastel einen Thriller vor, der die Jury einstimmig überzeugt hat: „Michaela Kastel ist eine junge, mutige Stimme mit einem eindringlichen Wiedererkennungseffekt, der wir noch viel zutrauen.“ Ihr hoch spannender und sprachlich hervorragender Thriller verspreche – laut Jury – eine neue Klangfarbe in der Spannungs- und Genreliteratur. „Geplant war es eigentlich gar nicht als Krimi, für mich ist es eine Liebesgeschichte“, erzählte Kastel und amüsierte damit das Publikum, angesichts der düsteren Geschichte um Missbrauch und Kindesentführung. Durchgesetzt hat sich Michaela Kastel gegen die beiden weiteren Nominierten der Shortlist, Marc Raabe und das Autorenduo Peter Gallert & Jörg Reiter, deren Krimis und Lesungen Publikum wie Jury in Unna ebenfalls begeisterten. Der „Viktor Crime Award“ soll künftig alle zwei Jahre im Rahmen von „Mord am Hellweg“ vergeben werden.

Mit dem „Final Criminal Act“ am Samstag, feiert die neunte Ausgabe des Festivals ihren Abschluss. Die Bilanz fällt sehr gut aus. Das bewährte Konzept, mit hochkarätigen Veranstaltungen ungewöhnliche Orte der Region literarisch zu inszenieren, zog Publikum aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus an. 27.000 Besucher kamen zu den 200 Lesungen an 100 teilweise ungewöhnlichen und kleinen Veranstaltungsorten. Eingeladen waren 180 Krimiautoren aus 22 Ländern, die teilweise von bekannten Schauspielern unterstützt wurden. Die neuen Veranstaltungsformate wie „Blind Crime Date“ oder Newcomer-Reihen wie „Neue Stimmen - junges Blut“ stießen auf einen großen Publikumszuspruch. Die durchschnittliche Gesamtauslastung des Angebots betrug 81 Prozent. Die Festivalleitung zeigt sich sowohl über den beeindruckenden Zuspruch zu den Veranstaltungen als auch über ihre Qualität hochzufrieden und verspricht, ab sofort die zehnte, die Jubiläumsausgabe von „Mord am Hellweg“ im Jahr 2020 vorzubereiten.

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