Der Vater der „Stadtlichter“ erhält einen Design-Preis in London

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Die Unnaer tun sich mitunter schwer, den Rang ihrer Künstler zu erfassen. Zuspruch von außen kann helfen. Wolfgang Flammersfeld etwa landet bei einem Designpreis in London auf dem Treppchen.

Unna

, 11.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Der dritte Platz bei den „Darc Awards“ war allerdings auch für Flammersfeld eine Überraschung. Beworben hatten sich der Unnaer Lichtkünstler und sein Geschäftspartner Reinhard Hartleif, um einmal in einem internationalen Vergleich zu ermitteln, wo die „World of lights“ aus Unna stehen. Die Antwort lautet nun: ganz weit vorne.

Der Vater der „Stadtlichter“ erhält einen Design-Preis in London

Wolfgang Flammersfeld ist als Licht-Designer der kreative Kopf hinter Projekten wie den „Stadtlichtern“ in Unna oder dem „Winterleuchten“ im Westfalenpark. Die Unnaer kennen ihn allerdings auch als Musiker.

„Für uns war es bereits ein Gewinn, als wir vor einigen Wochen im Internet gesehen haben, dass wir unter den zahlreichen Bewerbern in die Endausscheidungsrunde vorgerückt waren und uns die Jury auf die sogenannte Shortlist der Finalisten gesetzt hat.“ Dass es für viel mehr gereicht hatte, erfuhr Wolfgang Flammersfeld dann erst in London bei der Preisverleihung vor Ort.

Preisgekröntes Projekt aus der Dechenhöhle

Beworben hatte sich Flammersfeld mit einem Projekt in Iserlohn. Inmitten von Bewerbungen aus Dubai, Moskau oder London dürfte das vielleicht einer der Orte gewesen sein, wo nicht jeder Juror gleich wusste, wo er liegt. Doch die „Höhlenlichter“, bei denen Flammersfeld die ohnehin schon beeindruckende Dechenhöhle mit seiner Lichtgestaltung in Szene gesetzt hat, überzeugte die Jury. Dass Wolfgang Flammersfeld dieses Projekt für den Wettbwerb ausgesucht hat, war sicherlich kein Zufall: Einerseits bietet eine Tropfsteinhöhle eine ganz besondere Kulisse für die Inszenierung von Licht. Andererseits war es auch ein Projekt, indem Flammersfeld gewissermaßen alle Register gezogen hat: Video- und Scheinwerferprojektionen, Lichtobjekte, aber auch die Einbindung des Ortes in ein mystisches Arrangement aus Licht und Schatten stünden beispielhaft für die Bandbreite seiner Arbeit, so Flammersfeld.

Platzierung in London ist ein Ritterschlag

Den dritten Platz beim Londoner Licht-Desing-Preis empfindet das Duo als einen Ritterschlag. In Unna erfuhren Flammersfeld/Hartleif bisweilen das Phänomen, dass der Prophet im eigenen Lande weniger Beachtung findet als andernorts. Die „Stadtlichter“ auf dem Westfriedhof ziehen zwar viel Publikum an, aber die politische Diskussion über die Kultur auf dem alten Friedhof und die nötigen Antragsfristen hatten es den beiden zwischenzeitlich schwer gemacht. Immerhin gab es aber auch im zuständigen Fachausschuss Stimmen, die daran erinnerten, wie sehr Flammersfeld und Hartleif offenkundig unterschätzt werden.

Tatsächlich befassen sich die beiden außerhalb ihrer Heimatstadt mit weitaus größeren Projekten: Das Winterleuchten im Dortmunder Westfalenpark etwa ist ebenfalls ein Projekt der Unnaer. Vergleichbare Projekte führen sie mit ihrer Firma allerdings auch in Frankfurt, Erfurt, Heidelberg, Mannheim und Königswinter durch. Die Höhlenlichter in der Dechenhöhle sollen im nächsten Jahr erneut zu sehen sein: Vom 3. März bis zum 7. April 2019 ist eine Neuauflage vorgesehen.

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