Die Stadtkirche ist Unnas Wahrzeichen und wird vor allem nächstes Jahr Unnas Sorgenkind sein. Die eigentliche Reparatur des Sturmschadens macht dem Kirchenkreis schon kein Kopfzerbrechen mehr. Besorgte Blicke richten sich inzwischen nach ganz oben.

Unna

, 05.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Evangelische Kirchengemeinde Unna und der Kirchenkreis müssen seit dem 18. Januar einige Hiobsbotschaften verarbeiten, die mit der gestürzten Turmfiale nicht aufhörten. Nun hoffen sie bald auf gute Signale aus Berlin und Düsseldorf: Ohne staatliche Fördermittel sehen die Verantwortlichen schwarz für die Rettung der Stadtkirche.

Spendenkonten

Mehr Turmretter gesucht

Der Turm der Stadtkirche in Unna wird im Oktober eingerüstet

© Raulf, Thomas

Der Evangelische Kirchenkreis Unna hat zwei Spendenkonten eingerichtet, auf die „Turmretter“ mit dem Verwendungszweck „Stadtkirche“ Spenden einzahlen können. Auf Wunsch bekommen sie Spendenquittungen. Sparkasse Unna: IBAN DE27 4435 0060 1000 4233 82 Volksbank Unna: IBAN DE73 4416 0014 6459 8902 01 Es gibt eine Internetseite des Kirchenkreises mit einem Online-Spendenformular, zu finden über diesen Link.

Die Evangelische Stadtkirche in Unna gilt als eines der bedeutendsten historischen Bauwerke Westfalens. Und der Sturmschaden, der im Januar 2018 an der Kirche entstanden war, erregte ebenso weit über Unna hinaus Aufsehen. Der Sturz einer dreieinhalb Tonnen schweren Steinsäule auf ein Dachgewölbe, bei dem wie durch ein Wunder kein Mensch zu Schaden gekommen war, hatte aber auch etwas Gutes: Bei der Begutachtung des Schadens wurde deutlich, dass die Außenhaut des Kirchengebäudes insgesamt ein Sanierungsfall ist.

Turm vor Wind schützen

Wind und Wetter setzen ausgeputzten Flächen an der Turmfassade zu, sodass sich diese lösen. Dass hier und da einmal etwas herunterfällt, kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Noch in diesem Monat soll der Kirchturm deswegen vollständig eingerüstet werden. Diese Sicherungsmaßnahme kündigten die Technikfachleute des Kirchenkreises am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek an.

Das Gerüst soll genutzt werden, um die Fassadenschäden zu kartieren, erklärte Gerti Volkery, Architektin des Kirchenkreises. Bei der Gelegenheit soll auch loses Material abgeschält werden. Diese Arbeiten sollen nun im Herbst und Winter erfolgen, damit im kommenden Jahr die eigentliche Sanierung beginnen kann. Das Gerüst dient aber auch der Sicherung im doppelten Sinne. Es soll verhindern, dass lose Steinstücke herabstürzen. Außerdem sollen Teile des Turms eingehaust, also verpackt werden. Dichte Folie soll die drei verbliebenen Fialen und die „Höllenhunde“-Wasserspeier vor der Windlast schützen.

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Inzwischen haben die Kirchturmsanierer beschlossen, das Baugerüst nächstes Jahr weiter aufzustocken. Der Kirchturm soll ein neues Kupferdach bekommen. Vor Monaten schon waren Kupferstreben von außen am Turmhelm angebracht worden. Bei einer Begutachtung war aufgefallen, dass das Kupferblech, das die Kirchturmspitze seit den 1950er-Jahren verkleidet, an mehreren Stellen gerissen ist. Der Kirchturm soll im kommenden Jahr ein neues Dach bekommen.

Das Turmdach wird 2019 braun

Die Stadtkirche ist für viele Menschen das Unnaer Wahrzeichen. Aus weiter Ferne ist ihr Turm sichtbar, und zum Wiedererkennungswert gehört auch das hellgrün leuchtende Dach. Diese Farbe wird verschwinden. „Das Gesicht der Kirche wird sich deutlich verändern“, sagt Christoph Schulte, Abteilungsleiter beim Kirchenkreis. Kupfer ist an sich rotbraun. Grün wird es durch Verwitterung. Und wenn der Kirchturm ein neues Dach bekommen hat, werde es vermutlich Jahrzehnte dauern, bis er wieder grün wird.

Restarbeiten am Gewölbe bis Weihnachten

Das nördliche Kirchendach, auf das die Steinsäule gestürzt war, soll bis zum Winter fertig repariert sein. Das Innere der Stadtkirche hat immer noch Baustellencharakter, die Gemeinde kann es aber wieder nutzen. Es gibt wieder Gottesdienste in Unnas größtem Gotteshaus.

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Die Kanzel und andere wertvolle Kirchenkunstelemente sind aber noch mit Folie verpackt. Bis Weihnachten sollen die Malerarbeiten im wieder hergestellten Nordwest-Gewölbe abgeschlossen sein, sodass die Folien-Einhausungen bis dahin verschwinden können. Mit Ausnahme der Orgel: Sie muss nach Abschluss der Arbeiten noch gereinigt werden.

Der Turm der Stadtkirche in Unna wird im Oktober eingerüstet

Wenn Baugerüst und Einhausung im nordwestlichen Kirchenschiff verschwunden sind, wird dieser kleine Schriftzug dezent an die Sturmkatastrophe erinnern: Die lateinische Inschrift bedeutet „Renoviert im Jahre des Herrn 2018“. © Borys P. Sarad

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