Der „erste Teich“ im Bornekamp steht vor dem Umkippen

dzWassermangel und Wärme

Zu den ersten Opfern der Hitzewelle könnten in Unna die Fische im Teich des Bornekamps gehören. Sein Pegel fällt rapide. Das Wasser erwärmt sich entsprechend schnell.

Unna

, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Wassermangel ist im „ersten Teich“ des Bornekamps ein bekanntes Problem. Die Teichfolie ist löchrig, ihr Material nach über 50 Jahren so ermüdet, dass sie sich nicht mehr flicken lässt. Doch die Folgen des Problems schwanken mit den Wetterbedingungen. Und sie ergeben zurzeit eine besonders ungünstige Konstellation.

Die zurückliegenden Monate waren im Durchschnitt eher regenarm. Der Kortelbach bringt daher kein frisches Wasser mehr in den Teich. Allein der künstliche Brunnen neben den Teich lässt noch etwas Wasser in das Becken rinnen. Doch es reicht nicht aus, um die Verluste durch Versickerung und Verdunstung auszugleichen.

Wasser wird warm und sauerstoffarm

Inzwischen ist die Wasseroberfläche so weit abgesunken, dass sich trotz des eher trüben Wassers der Grund des verschlammten Teiches sehen lässt. Ein Problem wird dies für die Fische: Ein paar stattliche Karpfen erwecken den Eindruck, dass ihnen zum einen nicht mehr viel Platz bleibt. Ein flacheres Gewässer heizt sich aber auch schneller in der Sonne auf. Damit sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers. Irgendwann könnte der Teich umkippen. In früheren Jahren hatte die Stadt in solchen Situationen schon einmal die Feuerwehr eingeschaltet, die den Teich mit frischem Wasser aus dem Schlauch aufgefüllt und belüftet hat. 2013 ließ die Stadt den Teich dann abfischen: Mit einer Elektroanlage wurden etliche Fische betäubt, herausgekeschert und in einen Teich in Holzwickede umgesiedelt. Etwa 500 Kilo soll der Fang seinerzeit gewogen haben. Damit galt das Problem zwar als entschärft, doch gänzlich gelöst ist es nicht: Ein Gewässer dieser Größe wirklich restlos abzufischen, ist nahezu unmöglich. Einige der Karpfen, die derzeit ihre Rücken durch die Wasserobefläche strecken, dürften der Größe nach deutlich älter sein als sechs Jahre, sich also bei der Abfischaktion damals irgendwo „versteckt“ haben.

Wasservögel schleppen Fischlaich ein

Einen Fischbestand zu beheimaten war gar nicht unbedingt Sinn des Zierteiches im Bornekamp. Allerdings tragen Wasservögel den Laich einiger Arten von Gewässer zu Gewässer. Bekannt ist, dass vor vielen Jahren einmal ein paar Hechte eingesetzt wurden, um die Friedfischbestände zu begrenzen. Außer den Raubfischen gingen 2013 auch Karpfen, Rotaugen und Rotfedern, Bitterlinge und Gründlinge sowie ein an sich in Asien beheimateter Amur in den Kescher. Zudem wurden im Teich immer auch ausgesetzte Aquarientiere gesichtet: Goldfische, Koikarpfen und sogar Rotwangenschildkröten.

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