Den Berufswunsch in Unna schließlich doch umgesetzt

dzKeramikerin Gisela Lücke

Gisela Lücke wollte schon immer Keramikerin werden. Heute stellt sie die Arbeit mit Ton häufig vor neue Herausforderungen und wird ihr so nie langweilig. Dabei hat sie Werkstatt und Haus unter einem Dach vereint.

von Kyra Molinari

Massen

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Obwohl Gisela Lücke mittlerweile ihr Hobby zum Beruf gemacht hat, hat sie ihren Weg dorthin doch etwas später beschritten: Ihre Ausbildung zur Keramikerin hat sie mit 42 Jahren begonnen und auch erfolgreich abgeschlossen.

Als Lückes Kinder aus dem Haus waren, hat sie nochmal ganz von vorn angefangen. „Ich wollte schon immer Keramikerin werden, aber früher ergab sich die Möglichkeit in Hamburg einfach nicht“, erklärt die Künstlerin. In Düsseldorf hat dann sie ihren Mann kennengelernt und später geheiratet, ist mit ihm nach Unna gezogen und hatte dort – nach der bestandenen Ausbildung zur Keramikerin – ihre Werkstatt zunächst im Altstadtatelier. Nach zehn Jahren allerdings hat sie dann Atelier und Werkstatt ins eigene Haus verlegt. Die Umbauten dazu haben ein Jahr gedauert.

Serie

Zu Besuch am Kunstort Unna

Im Rahmen der Aktion „Kunstort Unna“ zeigen Künstler, Ateliers und andere Einrichtungen in Unna vom 13. bis 15. September 2019 die unterschiedlichsten Orte, an denen Kunst entsteht und erlebbar ist. Im Vorfeld schaut sich unsere Redaktion nacheinander diese 27 Kunstorte an, um darüber zu berichten.

Kopf und Stele als „Lebensthema“

Ihr „Lebensthema“, wie Lücke es nennt, ist „Kopf und Stele“ – es fließt auf irgendeine Weise immer in ihre Arbeit ein. Allerdings nur in die Arbeit der Freien Keramik, also die Skulpturen, die Lücke entwirft. Denn das ist nicht ihre einzige Passion, sie arbeitet auch im Kunsthandwerk. „Kunsthandwerk ist alles, was man nutzen kann, in meinem Fall also beispielsweise Teller und Tassen“, erläutert sie.

„Kopf“ – das ist für Gisela Lücke nicht der Kopf im anatomischen Sinne, sondern das innere Gesicht. Lücke beschäftigt sich gerne mit Menschen und den Begegnungen mit ihnen, auch die Stelen spiegeln das wider: „Jede Stele steht für etwas, wie früher die Totempfähle der Indianer. Die Stelen sind manchmal in sich gewunden und bringen auch ihre Betrachter so zu einer bestimmten Haltung oder Bewegung.“ Das Thema Expedition vom Kunstort Unna setzt sie auf ihre Weise um: „Ich habe eine innere Reise unternommen, in mich, und habe zum Beispiel geschaut, wo meine Heimat ist.“

Workshops in der Werkstatt

Das ganze untere Geschoss ihres Hauses ist Lückes Werkstatt, riesige Öfen stehen dort neben Regalen mit Ton und der Drehscheibe, auf dem der Ton bearbeitet wird. Dort finden auch Workshops statt, die die Künstlerin einmal monatlich leitet.

Dass Lücke gerne mit Menschen arbeitet, zeigt sich auch bei der Ausstellung für den Kunstort Unna. Dort wird sie nicht nur ihre eigene Kunst ausstellen, sondern gibt auch den Künstlern Magdalena Warnsing und Josef Jansen die Möglichkeit, die Wände ihres Ateliers zu gestalten. Warnsings Bilder spiegeln häufig ihre Faszination für Blüten wider; im Zentrum von Jansens Bildern steht der Prozess des Malens und Zeichnens. So entsteht in Lückes Atelier eine abwechslungsreiche Ausstellung.

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