Moderatorin Mo Asumang diskutiert mit Hellweg-Realschülern

dzAktionsjahr der Demokratie

Rassisten sind auch nur Menschen, ängstliche, wütende Menschen - diese Erkenntnis aus ihrer Recherche teilte Schauspielerin und Autorin Mo Asumang am Donnerstag mit Schülern der Hellweg-Realschule.

von Sebastian Pähler

Massen

, 05.09.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sind eigentlich die Arier? Diese Frage stellte Mo Asumang in ihrem Dokumentationsfilm „Die Arier“, für den sich die dunkelhäutige Filmemacherin mit Rassisten aller Art, vom Neonazi bis zum Ku-Klux-Klan, traf. Was sie dabei erlebt hat und auf was für Menschen sie getroffen ist, berichtete sie rund 140 Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs der Hellweg-Realschule.

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Mo und die Arier

Und wer sind diese Arier? Eben nicht der blonde, blauäugige Urtyp des Germanen, wie Rassenideologen behaupteten, sondern ein Volksstamm im Iran. Aber darum ging es in dem Film, den Asumang auch bei ihrem Besuch in der Hellweg-Realschule zeigte, freilich nur am Rande. Im Mittelpunkt standen Menschen mit einem rassistischen Weltbild.

Wie sich die dunkelhäutige Frau bei den mitunter gefährlichen Treffen gefühlt habe, wollten die Schülerinnen und Schüler nach dem Film von Asumang erfahren. „Ich habe fast bei jedem Drehtag gedacht, ich schmeiß hin“, erzählte sie. Schließlich habe sie die Gefühle von Angst und Wut über eine so hasserfüllte Ideologie aber überwunden und gemerkt, dass bei den meisten Rassisten die Aggressivität eine Masche ist, um das Gegenüber zu provozieren.

„Die wollen einen aus dem Gleichgewicht bringen.“
Mo Asumang über Rassisten

„Die wollen einen aus dem Gleichgewicht bringen“, stellte sie fest. Es sei ein Rad aus Wut und Hass, das nur immer wieder angefeuert wird, wenn man ebenfalls mit Wut reagiert. Asumang habe schließlich beschlossen, „Da mache ich nicht mit“ und sei den Menschen offen begegnet und habe Fragen gestellt, um herauszufinden, was diese wirklich denken. „Mittlerweile kann ich sagen, dass die mir eher leidtun“, erklärte sie. Denn viele seien selbst sehr unsicher und in einer Meinungsblase gefangen.

Auf Rassismus gäbe es nicht die eine Antwort, man müsse immer wieder ins Gespräch kommen, nur so können die Menschen lernen, was sie einander zu bieten haben.

Dank der Schüler

Die Veranstaltung fand im Rahmen des kreisweiten Aktionsjahres für Demokratie statt, in dem unter dem Motto „Mut machen! Erinnern! Handeln!“ unter anderem 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre friedliche Revolution gefeiert wird.

Als Schule, die seit vielen Jahren das Etikett „Schule ohne Rassismus“ trägt, war man an der Hellweg-Realschule sehr froh über den Besuch. Für das Gespräch, bedankten sich die Schüler mit einer Ausgabe von Asumangs eigenem Buch, in das durch eine besondere Falt-Technik, das Porträt der Autorin eingeprägt war.

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