Dem Mustermann aus Unna geht es wirtschaftlich gut

dzStudie

Ein neues Gutachten nimmt die Situation des Handels unter die Lupe. Doch dafür braucht der Verfasser der Studie auch Daten über die möglichen Kunden. Sie erlauben ein positives Fazit.

Unna

, 27.10.2018, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur Unna geht es gut, sondern auch den Unnaern. Die Menschen in der Kreisstadt können sich mehr leisten als vor zehn Jahren.

So lange ist es her, seit der Kölner Diplom-Kaufmann Jörg Lehnerdt das derzeitige Einzelhandelskonzept für Unna aufgestellt hat. Nun legt er einen Entwurf für die Nachfolgestudie vor. In dieser Zeit hat sich das wirtschaftliche Wohlergehen des Durchschnittsbürgers positiv entwickelt.

Lehnerdt zufolge kann der normale Unnaer nach Abzug der grundlegenden Dinge für die Lebenshaltung jählich 6.313 Euro für die schönen Dinge ausgeben, die er sich einfach gönnen will. Das Kaufkraftpotenzial der Bevölkerung liegt demnach bei 385 Millionen Euro – und damit um 13 Prozent über dem Wert, den Lehnerdt vor zehn Jahren ermittelt hat.

Die Händler wird freuen, dass dieses Geld auch überwiegend in der Stadt ausgegeben wird – zumindest rechnerisch. Sicherlich fahren Unnaer zum Einkaufen ins Umland, aber ebenso fahren Menschen aus der Nachbarschaft nach Unna. Ermitteln lässt sich der Saldo. Auch dabei gibt es einen erfreulichen Befund: Der Umsatz der Geschäfte liegt nach Hochrechnungen für das laufende Jahr bei 422,5 Millionen Euro. Im Handel fließt Unna also mehr Geld zu als ab. Der Betrachtung zugrunde liegen 359 Handelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von 138.920 Quadratmetern.

Wie viel Geld in der Stadt gebunden wird, ins Umland abfließt oder von dort angezogen wird, schwankt beim Blick in die Branchen erheblich. Ein guter Grund zum Einkaufen nach Unna zu fahren, scheint Zurbrüggen zu sein: Die Möbel- und Einrichtungsbranche stellt ihren Kunden 2,3-mal soviel in Rechnung, wie die Unnaer eigentlich für diesen Bereich ausgeben dürften. Für Elektroartikel und Computer fahren die Unnaer dagegen auch mal in eine andere Stadt. Denn nur 65 Prozent ihres entsprechendes Budgets geben sie in Unna aus. Auch das Segment „Spielwaren, Hobby und Musikinstrumente“ (79 Prozent) lässt sich statistisch gesehen nicht vollauf in Unna abdecken. Apotheken hingegen ziehen ziemlich genau das Geld ein, das die Unnaer dort ausgeben. In interessantes Phänomen gibt es bei den Lebensmittelmärkten: Discounter und normale Vollsortimenter bedienen die Unnaer völlig ausreichend. Wer aber einen großflächigen Markt wie Kaufland oder Real bevorzugt, muss die Stadt verlassen – und tut es auch. Ausgerechnet bei der Alltagsware „Lebensmittel“ hält Unnas Handel nur 92 Prozent dessen, was die Unnaer auszugeben haben.

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