Datenschutzverstoß oder nicht? So reagieren ehemalige DRK-Mitarbeiter auf die Verzögerung

dzSpionage-Vorwürfe

Dass noch immer nicht geklärt ist, ob in der Erstaufnahmeeinrichtung in Massen gegen den Datenschutz verstoßen wurde, belastet die betroffenen Mitarbeiter. Auch Verdi zeigt sich frustriert.

Unna

, 11.10.2019, 12:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Ordner mit Aufzeichnungen über das soziale Verhalten von Mitarbeitern: Dieser Fund in der Erstaufnahmeeinrichtung in Massen sorgte Ende 2018 für große Aufregung bei den Mitarbeitern der DRK-Betreuungsdienste. Ob diese Aufzeichnungen im Sinne einer „Prozess-Optimierung“ rechtens waren oder sie gegen den Datenschutz verstießen, ist bis heute ungeklärt. Für diejenigen, die maßgeblich zur Aufklärung der Hintergründe dieses Ordners beigetragen haben, ist die Situation frustrierend.

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„Von fast allen Mitarbeitern, die maßgeblich daran beteiligt waren, die Hintergründe dieses Ordners aufzuarbeiten, hat sich das DRK mittlerweile getrennt“, behauptet ein ehemaliger Mitarbeiter, dessen Name der Redaktion bekannt ist, „die vom DRK angesprochene psychologische Betreuung konnten somit nur Mitarbeiter in Anspruch nehmen, bei denen überhaupt noch ein Arbeitsverhältnis bestand.“ Die DRK-Betreuungsdienste hatten kurz nach Bekanntwerden des Ordners im Rahmen des internen Aufarbeitungsprozesses eine externe Psychologin beauftragt, an die sich die Mitarbeiter wenden konnten.

Gewerkschaft: „Situation ist unbefriedigend“

„Es ist für uns und die Betroffenen sehr frustrierend, dass so gar nichts klar ist. So können die Mitarbeiter damit nicht abschließen.“
Jens Ortmann, Verdi-Gewerkschaftssekretär

Aus Sicht des ehemaligen Mitarbeiters sei die Tatsache, dass sich die Aufarbeitung des Vorfalls durch die Landesdatenschutzbeauftragte nun seit Januar hinzieht, „nur für das DRK hilfreich“. Ähnlich sieht das Jens Ortmann, der Verdi-Gewerkschaftssekretär, der Ende 2018 Kopien der Aufzeichnungen aus dem Ordner an die Landesdatenschutzbeauftragte gegeben hatte. „Wir hängen in der Luft, das ist einfach unbefriedigend. Als wir die Unterlagen an die Datenschutzbeauftragte gegeben haben, hatten wir uns natürlich ein ganz anderes Vorgehen erhofft.“

Eine zeitnahe Klärung, ob das Führen dieses Ordners rechtlich in Ordnung gewesen sei oder nicht, hätte aus Ortmanns Sicht den betroffenen Mitarbeitern mehr geholfen als eine externe Psychologin. „Es ist für uns und die Betroffenen sehr frustrierend, dass so gar nichts klar ist. So können die Mitarbeiter damit nicht abschließen.“

„Die Verantwortlichen für diesen Ordner sind allesamt noch auf ihren Posten, während ein großer Teil der Betroffenen vor die Tür gesetzt wurde. Dies fühlt sich ungerecht an“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter.

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