Eine Dashcam half dabei, einen Verkehrsunfall in Unna aufzuklären. Die kleinen Kameras filmen das Geschehen auf der Straße von der Windschutzscheibe aus. © dpa (Symbolbild)
Nach Fahrerflucht

Dashcam überführt Verursacher eines Unfalls in Unna

In vielen Ländern sind Dashcams in Autos längst Alltag, in Deutschland sind sie seltener. In Unna half so eine Kamera jetzt allerdings bei der Aufklärung eines Verkehrsunfalls.

Gleich zwei Mal schätzte ein Unnaer seine Lage komplett falsch ein. Zunächst beging er eine Unfallflucht, später saß er ohne Fahrerlaubnis hinter dem Steuer. Der 55-Jährige handelte sich reichlich Ärger ein – unter anderem ein Strafverfahren, das ihn nun vor Gericht brachte.

Beim Rangieren stieß der Hänger am Auto des Unnaers im Februar auf der Straße An der Röhrenstrecke gegen den fremden Pkw. Sein Begleiter wies den 55-Jährigen darauf hin. Der sah nach, entdeckte nur „ein paar Lackkratzer“, die unmöglich er verschuldet haben könne, und entfernte sich.

Weit gefehlt: Er war sehr wohl der Verursacher und der Schaden schlug mit rund 4000 Euro zu Buche. Die Dashcam im fremden Wagen zeichnete alles auf – Kennzeichen des Unnaers inklusive.

Führerschein vorläufig eingezogen

Der Unnaer erhielt später ein Schreiben vom Straßenverkehrsamt, dass sein Führerschein vorläufig eingezogen werde. An sich unmissverständlich, doch er ging davon aus, vorerst noch fahren zu dürfen. So fuhr er der Polizei Ende Oktober auf der Lortzingstraße regelrecht in die Arme.

Vor dem Amtsgericht räumte er die Taten nun ein, meinte aber auch, genug gebüßt zu haben. Weitere Monate ohne Führerschein würden ihn den Job kosten. Einige Zeit wird er allerdings noch laufen müssen. Er wurde zu 2100 Euro Geldstrafe und fünf Monaten Fahrverbot verurteilt. Wobei die Zeit ohne Führerschein darauf angerechnet wird.

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