Das passiert am Standort des ehemaligen „Deutschen Hauses“ in Königsborn

dzStadtentwicklung

Es ist nicht zu übersehen: Die Tage des „Deutschen Hauses“ an der Friedrich-Ebert-Straße sind gezählt. An die Stelle der einstigen Gaststätte tritt ein modernes Wohnhaus für Senioren.

Königsborn

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

An die stets frischen Schnitzel, die das Ehepaar Fischmann in seiner Gaststätte „Deutsches Haus“ servierte, kann sich Christina Brackelmann noch gut erinnern: „Die waren unglaublich gut.“ Doch die Zeiten, in denen mittags die Schnitzel geklopft wurden, sind im „Deutschen Haus“ längst vorbei. Seit mehreren Jahren schon steht die einstige Gaststätte leer - und seit einigen Wochen wird sie Stück für Stück abgerissen.

Das passiert am Standort des ehemaligen „Deutschen Hauses“ in Königsborn

Von der Rückseite des Gebäudes ist gut zu sehen, wie viel bereits abgerissen wurde. Auf der freien Fläche, die einst den Biergarten des Deutschen Hauses bildete, soll ein Garten für die Bewohner der Seniorenwohnanlage entstehen. © Udo Hennes

Das „Haus am Kurpark“ bekommt Gesellschaft

Christina Brackelmann und Hans Joachim Naujoks können den Abriss von ihrem Büro aus fast sehen: Die beiden gehören gemeinsam mit Theresa Naujoks zur Projektgruppe, die das planen, was künftig auf dem Gelände des „Deutschen Hauses“ stehen wird. „Wir werden dort ein Haus errichten lassen, das drei Wohngemeinschaften für Senioren beinhaltet“, sagt Naujoks. „Wir“ - das ist die Gesellschaft für den Betrieb von Sozialeinrichtungen, kurz GBS, die in unmittelbarer Nähe zu der derzeitigen Baustelle bereits das „Haus am Kurpark“ als Seniorenwohnanlage betreibt. In 64 Appartements wohnen hier Menschen zwar eigenständig, können aber die Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes, der rund um die Uhr im Haus ist, in Anspruch nehmen.

Das passiert am Standort des ehemaligen „Deutschen Hauses“ in Königsborn

So soll die geplante Wohnanlage von der Friedrich-Ebert-Straße aus aussehen. © Architekt Herbert Köhnemann

WG-Bewohner gestalten ihren Alltag selbst

Mit dem geplanten Haus auf der quasi anderen Seite des Amtsgerichtes geht die GBS in Unna einen Schritt weiter in der Seniorenbetreuung. „Die Senioren, die dort wohnen, werden ihre jeweilige WG selbst verwalten und den Tagesablauf selbst gestalten“, erklärt Naujoks. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden der GBS war es naheliegend, das Grundstück des „Deutschen Hauses“ für diese neue Form des Seniorenwohnens ins Auge zu fassen. „Es bietet sich geradezu an, denn die Wege zu unserem bereits vorhandenen Haus sind kurz.“ Denn auch die Bewohner der drei Wohngemeinschaften sollen die pflegerische Betreuung des ambulanten Pflegedienstes der GBS in Anspruch nehmen können.

„Es bietet sich geradezu an, denn die Wege zu unserem bereits vorhandenen Haus sind kurz.“
Hans Joachim Naujoks, Aufsichtsratsvorsitzender der GBS

Acht Wohnungen mit jeweils eigenem Bad

Insgesamt 1523 Quadratmeter umfasst das neue Gebäude, das in neun bis zehn Monaten bezugsfertig sein soll. Jede WG ist damit rund 500 Quadratmeter groß und beinhaltet jeweils acht Wohneinheiten, die ein eigenes Bad haben. „Das Haus wird natürlich behindertengerecht sein und über einen Aufzug sowie eine Notrufanlage verfügen“, sagt Christina Brackelmann. Sorgen, dass das Haus nicht ausgelastet sein könnte, haben sie und Naujoks nicht. „Es ist eindeutig ein Trend zum gemeinschaftlichen Wohnen im Alter zu beobachten. Die Erfahrungen haben wir auch schon an anderen Standorten gemacht.“

Der Biergarten des „Deutschen Hauses“ bleibt übrigens ein bisschen erhalten: Er wird zum Gemeinschaftsgarten für die Bewohner umgestaltet. Nur ob es dann auch regelmäßig Schnitzel geben wird, das wird sich wohl erst noch zeigen müssen.

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