Das ist Unna in Zahlen: Die „Alten“ wohnen in Unna-Mitte, die „Jungen“ im Süden

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Massen ist nicht Unna und Kessebüren hat mit Königsborn nicht viel am Hut: Dass Unnas Ortsteile höchst unterschiedlich sind, ist kein Geheimnis. Es ist aber auch mehr als nur ein Gefühl, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Unna

, 24.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie viele Menschen leben in Unna? Wie alt sind sie? Wie wohnen sie? Antworten auf diese Fragen gibt regelmäßig die sogenannte „Integrierte Berichterstattung“, die von Fachleuten aus dem Rathaus erstellt wird. Das Dokument mit dem etwas sperrigen Namen versammelt Zahlen, Daten und Fakten zu Unnas Bürgern – und zeichnet so einen spannenden Blick davon, was man als den „Durchschnitts-Unnaer“ bezeichnen könnte.

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Zuerst fällt auf: Unna ist ganz schön alt. Der Geburtsjahrgang von 1964 – nicht umsonst bundesweit als der „Babyboomer-Jahrgang“ bekannt – zählte bei der Volkszählung von 1970 in Unna mit 932 Kindern so viele wie nie zuvor und seither nie wieder. Er weist auch heute mit 1101 Personen die höchste Jahrgangstärke auf. Das bedeutet aber auch: In zehn Jahren überschreiten diese das Alter von 65 Jahren und erreichen damit das Rentenalter.

9500 Unnaer sind bald älter als 65 Jahre

Das wird für Unna ein Problem: Die Geburtsjahrgänge der 1950er und 1960er Jahre machen 33 Prozent der Bevölkerung in Unna aus: Sie werden dem Arbeitsmarkt dramatisch fehlen. 9500 Unnaer werden innerhalb der nächsten zehn Jahre älter als 65 Jahre sein und in aller Regel nicht mehr arbeiten. Als „Personen im Erwerbsalter“ gelten bei den Statistikern Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren. Ihre Anzahl wird in Unna in den nächsten zehn Jahren um neu Prozent zurückgehen.

Das ist Unna in Zahlen: Die „Alten“ wohnen in Unna-Mitte, die „Jungen“ im Süden

Alt und Jung spielen im Falkenclub in Königsborn gemeinsam: In Unna wird bald ein Großteil der Bürger älter als 65 Jahre sein. © UDO HENNES

Unnas Politik ist alt

Und auch in der Politik zeichnet sich ein „altes“ Bild: 74 Prozent der Unnaer Ratsmitglieder sind in den 1950er und 1960er-Jahren geboren worden. Damit liegen sie sogar noch über dem Deutschen Bundestag: Hier sind knapp 50 Prozent der Mandatsträger in den Jahren zwischen 1950 und 1969 geboren worden.

In Königsborn und Unna-Mitte leben die meisten Unnaer

Wer in Unna wohnt, lebt mit großer Wahrscheinlichkeit in Königsborn oder Unna-Mitte. Diese beiden Stadtteile sind mit jeweils rund 25 Prozent die bevölkerungsreichsten. „Auf den Dörfern“ in Unnas Osten und in Massen leben jeweils 18 Prozent. Die wenigsten Unnaer leben im Süden: Nur 14 Prozent der Unnaer Bevölkerung leben in der Gartenvorstadt und rund um den Bereich Kastanienhof.

Frauen sind knapp in der Mehrheit

61.202 Menschen sind es übrigens insgesamt, die Ende 2017 offiziell in Unna ihren Hauptwohnsitz hatten. Und es sind vor allem Unnaerinnen: Mit 51 zu 49 Prozent stellen die Frauen in Unna knapp die Mehrheit der Bevökerung. Und es dürften noch einige mehr werden: Denn aktuell leben in Unna viele Frauen der 1980er-Jahrgänge. Es sind die Kinder der sogenannten „Babyboomer-Generation“ – und sie befinden sich derzeit im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30. Dies gilt als potenziell beste Altersspanne, um Kinder zu bekommen.

Daher gehen die Experten im Unnaer Rathaus davon aus, dass die Zahl der Neugeborenen in Unna bis 2020 stabil bleiben wird. Doch ab da sieht es düster aus: „Dann erreichen schrittweise die schwächer besetzten Jahrgänge ab den 1990er-Jahren dieses wichtige gebärfähige Alter. Die Zahl der Geburten wird dadurch zurückgehen“, heißt es in der Integrierten Berichterstattung der Stadt Unna.

Im Alter zieht es die Unnaer Richtung Innenstadt

Das ist Unna in Zahlen: Die „Alten“ wohnen in Unna-Mitte, die „Jungen“ im Süden

Hemmerde gilt als Vorzeigedorf unter Unnas Ortsteilen. Die Infrastruktur in dem Dorf in Unnas Osten ist sehr gut. © www.blossey.eu

Der Blick auf die Altersverteilung in Unna zeigt: Je älter die Unnaer sind, desto eher scheint es sie dorthin zu ziehen, wo die Infrastruktur „stimmt“. Unna-Mitte hat mit 47 Jahren den höchsten Altersdurchschnitt. Die Fußgängerzone mit zahlreichen Geschäften, Arztpraxen und Apotheken mag dafür ein Argument sein. Doch schon den zweitältesten Stadtteil bilden die Landgemeinden mit den Dörfern Kessebüren, Billmerich, Mühlhausen-Uelzen, Lünern, Stockum und Hemmerde. 45,2 Jahre alt ist der Durchschnittsbewohner hier.

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Die Nahversorgung ist in den Dörfern höchst unterschiedlich: Während Hemmerde als „Vorzeige-Dorf“ gilt, was die Infrastruktur angeht – schließlich gibt es hier Ärzte, einen Supermarkt, Bäcker und in Kürze auch ein hochmodernes Altenheim – sieht die Lage beispielsweise in Lünern ganz anders aus: Hier bemühen sich die Bewohner gerade, nach Jahren des Leerstands wieder einen kleinen Laden in den Ort zu bekommen. Jüngster Stadtteil Unnas ist laut dieser Statistik übrigens Unna-Süd. Knapp über 43 Jahre sind die Menschen, die hier leben, im Durchschnitt.

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