Unfälle auf Autobahnen sind es auch im Jahr 2020 gewesen, die die Feuerwehr regelmäßig zum Einsatz brachte. Dafür gab es an anderer Stelle weniger zu tun. © archiv
Rückschau Bevölkerungsschutz

Darum macht sich Corona bei der Feuerwehr im Kreis besonders bemerkbar

Der Kreis Unna blickt auf das Feuerwehrjahr 2020 zurück und ein Faktor fällt sofort ins Auge. Kreisbrandmeister Thomas Heckmann erklärt, wie sich dieser enorme Unterschied zu 2019 erklärt.

Es sind 2200 ehrenamtliche und 220 hauptberufliche Feuerwehrleute, die im Einzugsgebiet der Rettungsleitstelle des Kreises Unna ihren Dienst tun. In der Rettungsleitstelle gehen die Notrufe aus dem gesamten Kreisgebiet ein und Einsätze werden koordiniert.

Hauptaufgabe der Feuerwehr wie auch schon in den vergangenen Jahren waren Zimmer-, Wohnungs- und Hausbrände. Ebenfalls rücken die Lebensretter aus, wenn es auf den Autobahnen und Landstraßen gekracht hat: Schwere Verkehrsunfälle, Kfz-Brände und Einsätze mit Gefahrgut-Transportern gehörten auch 2020 zum Einsatzspektrum.

739 Einsätze weniger als im Vorjahr

Ein Blick in die Statistik offenbart jedoch einen enormen Unterschied zu den Vorjahren: Während im Jahr 2019 noch 5476 Einsätze zu verbuchen gewesen sind – im Vergleich 2018 waren es 5308 – stehen unterm Strich für das Jahr 2020 „nur“ 4737. Eine Differenz von 739 Einsätzen, somit waren 2019 noch etwa 15 Prozent mehr Einsätze zu verzeichnen als in 2020.

Eine Erklärung dafür hat Kreisbrandmeister Thomas Heckmann: „Schauen Sie sich doch an, wie sich das Verhalten der Menschen seit Beginn der Pandemie geändert hat. Dass wir in 2020 weniger Einsätze hatten, liegt daran, dass vieles, was sonst zu Einsätzen führen kann, nicht stattfindet.“ Es gibt zum Beispiel keine privaten Grillfeten auf denen etwas schiefgehen kann, und auch keine öffentlichen Großveranstaltungen, die schon mal die Wehr auf den Plan rufen. „Die Menschen haben schlicht weniger Gelegenheit gehabt, etwas zu tun, was theoretisch einen Einsatz provozieren könnte“, so Heckmann.

Wartung und Pflege der Einsatzmittel

Der Feuerwehr war aber natürlich durch die geringere Einsatzzahl nicht langweilig, wie man an der Bilanz des Feuerwehr Servicezentrums ablesen kann. In der Schlauchwerkstatt wurden 3099 Feuerwehr-Schläuche aller Art gereinigt, geprüft und gewartet (2019: 4178; 2018: 5607). In der Atemschutzwerkstatt prüften, desinfizierten und reinigten die Mitarbeiter 2857 Atemschutzgeräte und Chemikalienschutzanzüge (2019: 4196; 2018: 4175). Außerdem wurden 1549 Geräte wie Leinen, Gurte, Leitern, Karabiner und Seile geprüft (2019: 635; 2018: 1515).

Die Mitarbeiter des Servicezentrums betreuen auch die Atemschutzübungsstrecke. Sie wurde im vergangenem Jahr 126 Mal genutzt (2019: 175; 2018: 156) von den Feuerwehren der Städte und Gemeinden sowie Werkfeuerwehren, der Polizei und privaten Hilfsorganisationen.

59 Feuerwehr Ehrenzeichen verliehen

Auf Vorschlag des Kreises hat der NRW-Innenminister im letzten Jahr 39 Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber und 20 in Gold verliehen. Die Ehrenzeichen des Landes werden auf Antrag für 25 Jahre (Silber) oder 35 Jahre (Gold) aktive Feuerwehrzugehörigkeit verliehen.

Die Einsätze der Schutzkräfte werden übrigens unter anderem aus Mitteln der Feuerschutzsteuer bezahlt, die sich wiederum aus Versicherungsprämien zusammensetzt. Der Kreis, die Gemeinden und Städte haben 2020 rund 757.000 Euro dieser Fördermittel erhalten.

Über den Autor
1982 in Dortmund geboren. Abi in Holzwickede, Journalistik-Studium wieder in Dortmund. Seit 2013 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Freut sich über die spannende Herausforderung, den Wandel eines Traditionsverlags hin zu einem modernen, familiengeführten Multimedia-Unternehmen zu begleiten.
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Christoph Schmidt
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