Darum gibt es unterschiedliche 7-Tage-Inzidenzen

Fragen und Antworten

Die 7-Tage-Inzidenz gilt als entscheidende Kennzahl zur Bewertung der Pandemielage. Dennoch: Es gibt regelmäßig Irritationen, weil sich RKI-Zahlen von den lokalen unterscheiden.

Kreis Unna

, 27.10.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die 7-Tage-Inzidenz sorgt regelmäßig für Rückfragen von Lesern. Manch einer vergleicht mit den Werten des Robert-Koch-Instituts (RKI), andere rechnen gleich selbst nach – nichts scheint so richtig zu passen. Fragen und Antworten zum Thema.

? Wie wird die 7-Tage-Inzidenz berechnet?

Die 7-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen an. Berechnet wird das mit einem Dreisatz, der Rechenweg lautet also: Summe der Fälle geteilt durch die Einwohnerzahl mal 100.000.

? Warum gibt es unterschiedliche Inzidenzen für identische Zeiträume?

Erstens: Das Ergebnis hängt davon ab, welche Bevölkerungszahl als Berechnungsgrundlage genommen wird. Zweimal jährlich aktualisiert etwa das Statistische Landesamt IT.NRW die Einwohnerstatistik für die Kommunen im Land; einmal zum 30. Juni, einmal zum 31. Dezember. Selbst wenn der Unterschied nur bei wenigen Hundert Einwohnern liegt, beeinflussen unterschiedliche Bevölkerungszahlen das Ergebnis. Zweitens: Bei der Übermittlung der Fälle von den lokalen Behörden an das RKI kommt es regelmäßig zu Verzögerungen, weshalb die tatsächlichen Fallzahlen mitunter voneinander abweichen, was natürlich ebenfalls Differenzen zur Folge hat; auch wenn es meist nur Nachkommastellen betrifft.

? Wie berechnet die Redaktion die 7-Tage-Inzidenzen?

Um statistische Ungenauigkeiten möglichst zu reduzieren, hat die Redaktion ihre Berechnung auf den Bevölkerungsstand 31. Dezember umgestellt. In diesem Punkt ist die Berechnung der Redaktion nun also identisch zu der des RKI. Gleichwohl kann es passieren, dass die von der Redaktion berechnete Inzidenzzahl nicht identisch mit dem RKI-Wert ist, was dann an unterschiedlichen Fallzahlen liegt. Das RKI hat auf Nachfrage bereits erläutert, dass Übermittlungsverzug nicht selten ist und dass die Zahlen der lokalen Behörden immer die aktuelleren sind.

? Welcher Inzidenzwert ist denn nun richtig?

Maßgeblich ist natürlich der Inzidenzwert des RKI als offizielle Stelle. Die Berechnung der Redaktion ist deshalb aber nicht falsch, sie erfolgt lediglich auf Basis aktuellerer Zahlen der lokalen Behörden und dient in unserer Berichterstattung deshalb als wichtige Kennzahl des lokalen Pandemiegeschehens.

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