Coronavirus: Westfalenmarkt in Unna fällt aus, Planungen für Kirmes gehen aber weiter

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Der Westfalenmarkt ist abgesagt, an der Kirmes wird aber weiter geplant. Und auch der Autofrühling soll stattfinden. Der Umgang mit Großveranstaltungen im Freien ist unterschiedlich.

Unna

, 12.03.2020, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht des City-Werberings Unna kam angesichts der jüngsten Entwicklungen um das Coronavirus und nach dem Erlass durch die Landesregierung NRW nicht überraschend: Der Westfalenmarkt am ersten April-Wochenende ist abgesagt, das Spektakel muss entfallen.

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Die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen kommen weit mehr als 1000 Besucher, zum anderen sind sie oft dicht gedrängt – ob auf der Verkaufsmeile auf der Bahnhofstraße oder bei den Vorführungen auf dem Alten Markt. Zudem mischen sich jüngere und ältere Besucher und nach der Veranstaltung lässt sich – falls es doch zu einer Infektion kommt – nicht nachhalten, wer mit wem Kontakt hatte.

„Unser Handlungsspielraum für die Durchführung des Westfalenmarktes wurde uns durch den Erlass genommen und wir werden die Folgemaßnahmen entsprechend umsetzen“, teilte der City-Werbering mit. Zugleich bittet er alle Interessierten um Verständnis.

Handlungsspielraum ist gering

Tatsächlich ist der Handlungsspielraum für Veranstalter und Ordnungsbehörden nur sehr gering. Der Charakter der Veranstaltung, die Zusammensetzung des Publikums und der Ort spielen eine Rolle. Und deswegen sind auch nicht alle größeren Freiluftveranstaltungen in Unna schon abgesagt.

Zum Autofrühling in Unna kommt in der Regel ein kleineres, aber sehr interessiertes Publikum.

Zum Autofrühling in Unna kommt in der Regel ein kleineres, aber sehr interessiertes Publikum. © Udo Hennes

Ein Beispiel: Der Autofrühling in der Unnaer Fußgängerzone steht noch im Veranstaltungskalender. „Dort kommt weniger Publikum, das sich dann auch noch über einen längeren Zeitraum und auf einer größeren Fläche verteilt“, erklärt Horst Bresan, Geschäftsführer des Veranstalters Unna Marketing.

Lage wird täglich neu bewertet

Der Autofrühling soll am Samstag und Sonntag, 25. und 26. April, jeweils von 10 bis 18 Uhr stattfinden. Der Erlass der Landesregierung ist nicht befristet – er könnte also auch noch am fraglichen Wochenende gültig sein.

Unnas Beigeordneter Dirk Wigant hebt aber ohnehin warnend den Finger: „Wir wissen nicht, was noch passiert. Die Lage wird täglich neu beurteilt und es könnten auch noch rigorosere Regelungen in Kraft treten.“ Im Klartext: Der Autofrühling könnte immer noch am Ordnungsrecht scheitern.

Horst Bresan, Geschäftsführer von Unna Marketing, erklärt, dass die Planungen für die Kirmes und den Autofrühling weitergehen.

Horst Bresan, Geschäftsführer von Unna Marketing, erklärt, dass die Planungen für die Kirmes und den Autofrühling weitergehen. © Marcel Drawe

Unna Marketing setzt auch die Organisation der Frühjahrskirmes fort, die vom 8. bis 11. Mai rund ums Rathaus stattfinden soll. „Aktuell werden einige Kirmesveranstaltungen abgesagt. Wir arbeiten aber am Sicherheitskonzept und planen weiter so, als ob die Kirmes stattfindet“, so Bresan. Ob die Kirmes tatsächlich durchgeführt werden kann, vermag aber auch er nicht zu sagen.

Auch Lindenbrauerei reagiert

Wenig beeindruckt von der Angst vor dem Coronavirus zeigt sich das Team der Lindenbrauerei. Zwar musste die Ü50-Disko am 14. März aufgrund einer behördlichen Verordnung durch die Stadt Unna abgesagt werden, doch alle anderen Veranstaltungen sollen durchgeführt werden.

„Es gibt derzeit keinen Grund, Shows oder Tanzabende im Kühlschiff abzusagen“, hieß es noch am Vormittag auf der Homepage. Im Laufe des Tages wurde diese Mitteilung jedoch gelöscht. „Jede Veranstaltung wird als Einzelfall betrachtet und bewertet“, ist dort nun zu lesen.

Unabhängig davon lege das Team der Lindenbrauerei ein verstärktes Augenmerk auf die Reinigung von Flächen wie Handläufen, Türklinken und WC-Bereichen.

Gäste werden dazu aufgerufen, sich häufig und gründlich die Hände zu waschen und Rücksicht beim Husten oder Niesen zu nehmen.

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