Coronavirus: Unternehmen im Kreis Unna spüren die Folgen

dzCoronavirus

Die Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus sind auch in der heimischen Wirtschaft zu spüren. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund.

Kreis Unna

, 04.03.2020, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lieferschwierigkeiten, Einschränkungen bei Dienstreisen und spezielle Notfallpläne zur Arbeit im Homeoffice: Die Folgen von Corona sind in den Unternehmen im Kreis Unna auf vielfältige Weise zu spüren. Die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK), die ihre Mitgliedsunternehmen im Kreis Unna, Hamm und Dortmund befragt hat, spricht von „einem Grund zur Vorsorge.“

Dabei ist es gar nicht mal die Tatsache, dass es seit dem 2. März einen bestätigten Corona-Fall im Kreis Unna gibt, die die Unternehmen zu spüren bekommen. Vielmehr sind es die globalen Auswirkungen, die den Firmen Sorgen machen: Ein Viertel der befragten Unternehmen hat eine Niederlassung oder Produktionsstätte in China – dem Land, in dem der Ausbruch begann und in dem es nach wie vor die meisten Krankheitsfälle gibt. Auch in Italien, wo sich ein Schwerpunkt der Infektionen in Europa befindet, haben 15 Prozent der befragten regionalen Firmen eine Niederlassung.

Lieferverzögerungen durch Corona betreffen alle Firmen

Etwas, das alle Unternehmen gleichermaßen trifft: Lieferverzögerungen: Sie werden von drei Vierteln der befragten Unternehmen schon jetzt als direkte Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie genannt. Zwei Drittel geben an, von Einschränkungen bei Dienstreisen und Messebesuchen betroffen zu sein.

Zuletzt wurden beispielsweise die weltgrößte Industrieschau, die Hannover Messe, abgesagt. Auch die Handwerksmesse „IHM“ in München wurde aus Sorge vor einer Corona-Ansteckung abgesagt. „Wir haben also allen Grund zur Vor-Sorge. Von einer Panik kann aber keine Rede sein“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber.

Jetzt lesen

Wer kann, weitet das Homeoffice aus

Die Firmen nannten in der Umfrage auch, wie sie mit der Gefahr einer Ansteckung ihrer Mitarbeiter umgehen: Viele bringen zusätzlich Spender mit Desinfektionsmitteln an. Einige Unternehmen haben spezielle Vertretungs- und Notfallpläne erarbeitet für den Fall, dass ein Mitarbeiter tatsächlich erkrankt. Firmen, deren Arbeitsweise dies zulässt, geben an, die Möglichkeit zum Homeoffice ausgeweitet zu haben und zudem notwendige Meetings häufiger online, telefonisch oder per Videoübertragung abzuhalten.

Die nun eingetretenen Verzögerungen bei ihren Lieferungen haben bei vielen Unternehmen auch dazu geführt, dass sie überlegen, ihre Lagerbestände aufzufüllen, um künftigen Lieferschwierigkeiten vorzubeugen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger KfW-Unternehmerkredite
Wirtschaft in der Corona-Krise: Kunden der Sparkasse dürsten nach Krediten in Millionenhöhe