Seniorchefin vom Pflegedienst Busch näht Schutzmasken für ihre Pflegekräfte

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Eigentlich ist sie seit einem Jahr in Rente. Doch Christiane Busch ist derzeit im Dauereinsatz: Die Seniorchefin vom Pflegedienst Busch näht in Handarbeit Schutzmasken für ihre Mitarbeiter.

Unna

, 26.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Ruhestand ist für viele Menschen die Zeit, in der sie endlich ihren Hobbys nachgehen können: Den Garten umgraben, Reisen unternehmen, das Nähen anfangen. Christiane Busch näht gerade sehr viel - aber nicht, um sich die Zeit in ihrem Ruhestand zu vertreiben. Die Seniorchefin des Pflegedienstes Busch näht Mundschutzmasken für ihre Mitarbeiter - denn sie werden dringend benötigt.

„Mundschutz wird gerade dringend benötigt und es fehlt an Masken. Und da ich mal einen Nähkurs gemacht habe, habe ich im Internet geschaut, wie man so eine Maske näht. Und das mache ich jetzt.“ - So einfach bringt Christiane Busch es auf den Punkt, was sie gerade macht. Zuhause an der Nähmaschine entstehen dieser Tage die dringend benötigen Mundschutzmasken, die vor allem für die 70 Mitarbeiter in der ambulanten Pflege gedacht sind. Hinzu kommen 67 Mitarbeiter in den Senioren-Wohngemeinschaften, 20 Azubis und 20 Hauswirtschaftskräfte sowie sieben Hausmeister.

In Handarbeit, zuhause an ihrer Nähmaschine näht Christiane Busch die Mundschutzmasken für ihre Pflegekräfte.

In Handarbeit, zuhause an ihrer Nähmaschine näht Christiane Busch die Mundschutzmasken für ihre Pflegekräfte - täglich vier bis fünf Stunden. © Pflegedienst Busch

„Natürlich sind das keine Schutzmasken nach der erforderlichen Norm. Die, die wir davon haben, setzen wir bei unserem Intensivpflegepersonal ein. Aber gerade unsere ambulanten Pflegekräfte brauchen auch Masken. Da geht es ja darum, dass sie niemanden anstecken“, erklärt Christiane Busch. Seit anderthalb Wochen sitzt sie daher jeden Tag vier bis fünf Stunden an ihrer Nähmaschine. 35 Masken hat sie auf diese Weise schon genäht; 150 könnte sie gerne nähen, haben ihre Mitarbeiter ihr schmunzelnd gesagt. „Das ist Handarbeit, die geht nicht schneller“, lacht sie.

Wichtige „Zutat“ für die Masken: Hutgummi. Damit wird die Maske hinter den Ohren befestigt.

Wichtige „Zutat“ für die Masken: Hutgummi. Damit wird die Maske hinter den Ohren befestigt. © Pflegedienst Busch

„Durch diese Arbeit kann ich meine Mitarbeiter unterstützen, dass sie ihre Arbeit jetzt gut versorgt weiter machen können. Das ist ein schönes Gefühl.“
Christiane Busch

Die ehemalige Geschäftsführerin, die die Leitung des Pflegedienstes Busch vor einem Jahr an ihre Kinder übergab, freut sich, dass ihre Aktion so viel Zuspruch erfahren hat: „Ich brauchte vor allem Hutgummi, denn damit werden die Masken hinter den Ohren befestigt. Einiges konnte ich noch einkaufen, bevor die Läden geschlossen waren. Und dann haben wir einen Aufruf gestartet, dass wir uns über Hutgummi-Spenden freuen. Da kam ganz viel zusammen.“

Sie ist froh, dass sie ihre Mitarbeiter auf diese Weise unterstützen kann. „Die müssen jeden Tag raus und sind an vorderster Front. Ich gehöre mit meinen 66 Jahren zur Risikogruppe und gehe jetzt auch nicht mehr raus. Aber durch diese Arbeit kann ich meine Mitarbeiter unterstützen, dass sie ihre Arbeit jetzt gut versorgt weiter machen können. Das ist ein schönes Gefühl.“

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