Wieso auf dem Wochenmarkt Unna so strenge Regeln gelten

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Bis zu 100 Euro Bußgeld: Diese stolze Summe muss zahlen, wer mehrmals gegen die Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt Unna verstößt. Was hart klingt, hat sich aber bewährt.

Unna

, 23.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind unübersehbar: Dienstags und freitags stehen die Männer und Frauen mit dem markanten „Ordnungsamt“-Schriftzug auf den Westen an den Eingängen zum Alten Markt. Wer den Wochenmarkt betreten oder überqueren will und keine Maskte trägt, wird freundlich auf die geltende Maskenpflicht hingewiesen. Wer ohne Maske auf dem Markt „erwischt“ wird, muss zahlen: 50 Euro, und wer bereits wiederholt ohne Maske dort unterwegs war, zahlt 100 Euro.

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Tatsächlich sind diese für manchen Bürger hart anmutenden Maßnahmen kaum notwendig, sagt Daniela Guidara vom Stadtmarketing Unna. „Das Verständnis der Bürger für die Maskenpflicht war in Unna von Anfang an sehr gut. Dafür können wir uns nur bedanken.“ Trotzdem habe es natürlich auch Unverständnis gegeben, beispielsweise weil an den Tischen des Café Extrablatts, die an den Wochenmarkt grenzen, die Gäste ohne Maske sitzen dürfen, während wenige Meter weiter auf dem Wochenmarkt die Maske obligatorisch ist.

Doch die Regeln der Coronaschutzverordnung sind eindeutig: Seit dem 27. April gilt auch auf Wochenmärkten eine Maskenpflicht. Nicht überall wird sie indes so konsequent kontrolliert wie in Unna: Ein Blick nach Neheim, wo sich samstags auch viele Händler des Unnaer Wochenmarkts aufbauen, zeigt, dass die Pflicht zur Maske längst nicht von allen Marktbesuchern eingehalten wird. Bei einem Marktbesuch in der sauerländischen Stadt sind gut ein Drittel der Marktbesucher ohne Maske unterwegs - von Kontrollen wie in Unna ist keine Spur, lediglich ein Schild weist am Zugang zum Marktplatz auf die Maskenpflicht hin.

Die Mitarbeiter von Unna Marketing gehen mit gutem Vorbild voran: Sie trugen auf dem Wochenmarkt schon Masken, als diese noch keine Pflicht waren.

Die Mitarbeiter von Unna Marketing gehen mit gutem Vorbild voran: Sie trugen auf dem Wochenmarkt schon Masken, als diese noch keine Pflicht waren. © Vivien Nogaj

Dass Unna mit seinen Kontrollen durchaus einen sicheren Weg gewählt hat, zeigt sich allein in der Tatsache, dass die Stadt Schwerte erst vor wenigen Tagen ankündigte, nun auch Kontrollen auf dem Wochenmarkt durchzuführen. Hintergrund: Die Infektionszahlen in der Stadt waren deutlich angestiegen.

Direktverzehr von Speisen auf dem Wochenmarkt nicht erlaubt

„Am Anfang hatten wir das Problem, dass vielen Menschen nicht eindeutig klar war, wo genau der Bereich des Wochenmarktes und damit auch die Maskenpflicht beginnt“, sagt Daniela Guidara. Mittlerweile ist dies dank aufgestellter Passanten-Stopper und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes unübersehbar.

Die Bratwurst oder die Waffel bei einem gemütlichen Plausch am Stand essen? Auch das ist auf dem Wochenmarkt derzeit nicht möglich: Der Direktverzehr von Speisen ist auf dem Wochenmarkt untersagt. Deswegen ist auch das Rondell an der oberen Wasserstraße gesperrt.

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