Coronavirus: Kontaktverbot trifft über 100 Frisiersalons in der Region

dzWirtschaft

Auch für sie ist die Situation zum Haare raufen; im wahrsten Sinne sogar. Seit dieser Woche dürfen nämlich auch Friseure zum Schutz vor dem Coronavirus nicht mehr öffnen.

Unna

, 24.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Region sind weit über 100 Salons von den verschärften Maßnahmen der NRW-Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen. Gut auf der einen, schlecht auf der anderen Seite. Was nämlich der Sicherheit von Angestellten und Inhabern dient, bedeutet eben auch, wirtschaftlich Haare lassen zu müssen.

Coronavirus: Zwischen Erleichterung und Existenzangst

Ein Wechselbad der Gefühle zwischen Erleichterung und Existenzangst – so erlebt es dieser Tage auch Daniel Mikeleit. Der Friseurmeister hat sich im Sommer 2018 mit seinem Salon an der Schäferstraße in Unna selbstständig gemacht und ist jetzt zur Corona-Pause gezwungen.

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Die Maßnahme der Landesregierung sei „hundert Prozent richtig“, sagt er mit Verweis auf die körperliche Nähe zum Gast beim Schnitt. Nur: „Wenn du die Ladentür abschließt, kommt kein Geld mehr rein – und das ist natürlich Mist.“

Rettungspaket gegen den Kollaps der Wirtschaft

Er wie auch zahlreiche andere Kleinunternehmer und Soloselbstständige aus der Region hoffen auf die zugesagten Hilfen von Land und Bund. Am Dienstag hat der Landtag ein 25 Milliarden Euro schweres Rettungspaket geschnürt, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise abzumildern. „Der Kollaps unserer Volkswirtschaft muss verhindert werden“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (NRW). Nur: Wie die Unternehmer Mittel aus dem Zuschussprogramm abrufen können, blieb zunächst offen. Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat für die nächsten Tage Informationen dazu angekündigt.

Mikeleit hatte nach eigenen Angaben zuletzt gut zu tun, der Schaden dürfte entsprechend hoch ausfallen. Allenfalls ein paar Wochen könne er das stemmen, sagt er. „Auf sowas ist man doch nicht vorbereitet“, sagt er. Am Sonntagnachmittag habe er erfahren, dass er schon am nächsten Tag nicht mehr öffnen dürfe. Und daran halte er sich auch, betont er.

Dass einige seiner Berufskollegen ihre Dienste hinter vorgehaltener Hand angeblich bei Kunden Zuhause anbieten, sieht er kritisch. „Jetzt geht’s doch für alle darum, dass wir das so schnell wie möglich überstehen.“ Er appelliert deshalb an alle, sich an die Regeln zu halten. Sich jetzt einfach weiter zu verhalten, als wäre nichts gewesen, würde nur bedeuten, dass es noch länger dauert. Und dann würde möglicherweise doch noch drohen, was das Land zu verhindern versucht: ein volkswirtschaftlicher Kollaps.

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