Gesamtschüler aus Königsborn drucken Rahmen für Schutzmasken

dzCoronavirus

Trotz Schulschließung lernen Königsborner Gesamtschüler gerade fürs Leben: Sie stellen mit 3D-Druckern Rahmen für die so dringend benötigten Schutzmasken für Ärzte und Pflegekräfte her.

Königsborn

, 05.04.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schutzausrüstung ist zurzeit ein begehrtes Gut. Besonders Corona-Schutzmasken werden knapp. Medizinisches Fachpersonal trifft dies besonders schwer. Der Schwerpunkt Technik der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn will helfen und produziert Rahmen für Masken aus dem 3D-Drucker.

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Benedict Golz

Benedict Golz © privat

„Wir wollen jetzt eine Serienproduktion starten. Wir mussten also einen guten Kompromiss zwischen der Qualität der Masken und der Geschwindigkeit der Produktion finden.“
Benedict Golz, Schüler der Gesamtschule Königsborn

Den Schülern der Leistungskurse Technik in der gymnasialen Oberstufe ist die Arbeit am 3D-Drucker aus dem Unterricht vertraut. „Die zwei von der Stiftung Zukunft der Sparkasse UnnaKamen gespendeten Geräte werden zum Beispiel für die Herstellung von unterschiedlichen Rotoren für Experimentier-Sets zum Thema Windkraftanlagen eingesetzt“, berichtet Fachlehrer Robin Geyr.

Am Dienstag in der früh kam die Anfrage per Mail von der Sparkasse UnnaKamen, ob mit den gespendeten Druckern eine Initiative zum Druck von Schutzmasken unterstützt werden kann. Der gemeinnützige Verein „ UN-Hack-Bar“ engagiert sich für dieses Projekt und suchte Unterstützung beim 3D-Druck.

Der kommissarische Schulleiter Ludger Kloer, selbst Techniklehrer, setzte sich mit seinen Technikkollegen in Verbindung. „Dann ging alles sehr schnell. Schon am Nachmittag wurde die Schablone für die Rahmen der Schutzmasken von den Schülern aus dem Internet heruntergeladen und auf die Drucker gespielt.“

Ben Donkervoort

Ben Donkervoort

„Wir haben die Schablone um unser Schullogo ergänzt, sodass alle Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken erkennen, dass sie unsere Masken tragen.“
Ben Donkervoort, Schüler der Gesamtschule Königsborn

Bis in den späten Abend tüftelten die beiden Technikschüler mit unterschiedlichen Einstellungen und Gerätedüsen. „Im Gegensatz zum Unterricht wollen wir jetzt eine Serienproduktion starten. Wir mussten also einen guten Kompromiss zwischen der Qualität der Masken und der Produktionsgeschwindigkeit finden“, berichtet der Oberstufenschüler Benedict Golz.

Die Ziele der Schüler sind ehrgeizig. „In den kommenden Wochen möchten wir die Produktion 24/7 fahren, also 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche“, erläutert Ben Donkervoort die ambitionierten Pläne und ergänzt nicht ohne Schmunzeln: „Wir haben die Schablone um unser Schullogo ergänzt, sodass alle Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken erkennen, dass sie unsere Masken tragen.“

Die produzierten Rahmen für die Masken werden regelmäßig von UN-Hack-Bar abgeholt und dann von den entsprechenden Fachfirmen geprüft und fertiggestellt. Die Lehrer der beiden freuen sich: „Neben dem materiellen Beitrag, den die Schule leistet, zeigt diese Aktion auch das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen auf. Und deutlich wird auch die gute Zusammenarbeit der Institutionen und Gruppen Unnas.“

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