Corona-Ranking: Große Unterschiede zwischen den Kommunen im Kreis Unna

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Die 7-Tage-Inzidenzzahl ist mit 197,78 im Kreis Unna weiter bedrohlich hoch. Ein Blick ins Detail zeigt allerdings: Die Situation in den einzelnen Kommunen ist höchst unterschiedlich.

Kreis Unna

, 21.11.2020, 15:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Pandemie waren es immer wieder andere Zahlen, die bei der Bewertung der Lage eine besondere Rolle spielten. Anfangs war es vor allem die Anzahl der Neuinfektionen, später spielte dann der R-Wert eine größere Rolle. Diese Zahl gibt an, wie viele weitere Menschen eine mit Corona infizierte Person ansteckt. Liegt sie längerfristig unter 1, ist eine Verbesserung der Lage in Sicht.

Inzidenzzahl besonders im Fokus

Seit mehreren Wochen dreht sich aber fast alles um die 7-Tage-Inzidenzzahl – also darum, wie viele Menschen sich in einem festgelegten Bereich in den jeweils letzten sieben Tagen, umgerechnet auf 100.000 Einwohner infiziert haben. Dieser Wert soll eine Vergleichbarkeit ermöglichen und diente zunächst auch dazu, festzulegen, wo bei Erreichen von bestimmten Grenzen auch lokale Maßnahmen zur Eindämmung des Virus angemessen sind.

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Diese Grenzen lagen bei 35 beziehungsweise 50. Anfang Oktober übersprang der Kreis Unna die Marke von 35 – die Corona-Ampel sprang zunächst auf Gelb, wenige Tage später zeigte sie schon Rot. Die 50er-Marke war überschritten. Seither hat sich die Situation trotz regionaler Maßnahmen wie einem durchaus umstrittenen Sportverbot aber immer weiter verschärft.

Nach dem 8. Oktober wurde der Wert 50 nicht mehr unterschritten – ganz im Gegenteil: Am 6. November erreichte er mit 223,1 sogar einen vorläufigen Höchstwert. Am Freitag ist er wieder unter die 200er-Marke gefallen, liegt aber weiter bedrohlich hoch.

Situation in den Kommunen sehr unterschiedlich

Doch ein Blick ins Detail zeigt auch: Die Situation in den einzelnen Städten und Gemeinden ist höchst unterschiedlich. Bei der Betrachtung der Werte ist allerdings zu beachten, dass der Wert in den kleineren Kommunen wesentlich stärker schwankt. Wenige Corona-Fälle können die Inzidenzkurve deutlich verändern.

  • Lünen: Die größte Stadt des Kreises Unna ist auch die mit den meisten Neuinfektionen. 272 Menschen infizierten sich in Lünen neu mit dem Coronavirus. Das führt zu einer 7-Tage-Inzidenz von 315. Mit 583 hat Lünen auch die meisten aktiven Corona-Fälle.
  • Bergkamen: Bergkamen folgt in der Inzidenz-Rangliste mit einem Wert von 275 auf Rang zwei. 234 Fälle kamen binnen einer Woche hinzu.
  • Holzwickede: Erstaunlich ist die Situation in Holzwickede. Die Gemeinde im Süden des Kreises war lange alles andere als ein Hotspot. In dieser Woche aber kamen 42 neue Fälle hinzu, die Inzidenz erreichte einen Wert von 246. Zeitweise lag sie im Laufe der Woche gar bei 287. Die Gründe für diese Entwicklung waren zunächst unklar. Inzwischen aber ist bekannt geworden, dass es im Seniorenheim „Neue Caroline“ zahlreiche neue Corona-Fälle gab.
  • Werne und Bönen: Mit Werne und Bönen folgen auf den Plätzen vier und fünf zwei kleiner Kommunen, die mit Werten von 219 beziehungsweise 215 auf ähnlichem Niveau liegen.
  • Unna: Erst auf Rang sechs folgt die Kreisstadt Unna. 77 neue Fälle gab es in den den vergangenen sieben Tagen – viele davon an Schulen. Die Inzidenz ist mit 131 geringer. Sie bewegt sich seit zwei Wochen stets auf einem ähnlichen Niveau mit nur leichten Schwankungen.
  • Schwerte und Selm: Dicht hinter Unna liegen mit Werten von 130 beziehungsweise 120 die Städte Schwerte und Selm.
  • Fröndenberg: Die Ruhrstadt galt während der ersten Corona-Fälle wegen vieler Fälle und auch Todesopfer im Schmallenbach-Haus als Hotspot. Derzeit steht Fröndenberg mit einem Inzidenzwert von 101 vergleichsweise gut da.
  • Kamen: Die Sesekestadt ist im besten Sinne Schlusslicht des Rankings. Der Inzidenzwert liegt bei 93. Damit ist Kamen die einzige Kreiskommune mit einem zweistelligen Wert.

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