Corona: Bundeswehr hilft jetzt bei der Kontaktverfolgung im Kreis Unna

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Der Kreis Unna bekommt in der Corona-Pandemie Unterstützung durch die Bundeswehr. Soldatinnen und Soldaten sollen helfen, Kontakte zu ermitteln und Infektionsketten zu unterbrechen.

Kreis Unna

, 22.10.2020, 13:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hilferuf des Landrates ist erhört worden. Michael Makiolla hatte zuletzt deutlich gemacht, dass der Kreis Unna bei der Kontaktverfolgung an seine Grenzen stößt. Das war am 9. Oktober, als der Kreis Unna den 7-Tage-Inzidenzwert von 50 überschritten hatte und eine neue, strengere Allgemeinverfügung gebracht hatte.

Makiolla hatte damals gesagt, das Gesundheitsamt stoße bei der Kontaktverfolgung nach neuen Infektionen an seine Grenzen. Das Personal im Gesundheitsamt sollte intern aufgestockt, der obere Teil des Gebäudes an der Platanenallee für die Arbeit der Behörde freigezogen werden.

Verstärkung aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung

Beides ist inzwischen geschehen, erklärte Kreissprecher Max Rolke auf Anfrage dieser Redaktion. „Wir haben etwa 60 bis 70 Personen, die bei der Kontaktverfolgung helfen, sonst aber an anderer Stelle beim Kreis arbeiten – etwa im Bildungsbereich oder bei der Kfz-Zulassungsstelle.“

Dennoch ist das Pensum nicht ohne Hilfe von außen zu schaffen. Eine Tag für Tag hohe Fallzahl an neuen Corona-Infektionen hat dafür gesorgt, dass sich der 7-Tage-Inzidenzwert inzwischen nahe der 100er-Marke bewegt. Makiolla hatte angekündigt, das Land um Hilfe zu bitten.

Bundeswehr hilft bei der Kontaktverfolgung

Nun ist es die Bundeswehr, die das Team des Gesundheitsamtes verstärkt. Die ersten zehn Soldatinnen und Soldaten des Versorgungsbataillons 7 aus Unna haben ihren Dienst an diesem Donnerstag angetreten, erhalten nun eine unbedingt notwendige Einführung in das Thema Kontaktnachverfolgung. In der nächsten Woche, so kündigt es Rolke an, sollen fünf weitere Uniformierte zum Team stoßen.

Fachbereichsleiter Josef Merfels gibt den Soldaten eine Einführung.

Fachbereichsleiter Josef Merfels gibt den Soldaten eine Einführung. © Max Rolke – Kreis Unna

Das Amtshilfeersuchen lief über die Bezirksregierung, das Kreisverbindungskommando und das Lagezentrum im Landesinnenministerium. „Wir danken der Bundeswehr sehr für die schnelle und unkomplizierte Hilfe“, sagte Landrat Michael Makiolla.

Die Kontaktnachverfolgung ist der einzige Weg, Infektionsketten zu unterbrechen, solange es keine medizinischen Wirkstoffe gibt. Jeder, der in engem Kontakt mit Infizierten gestanden hat, muss in Quarantäne. Zahlreiche Corona-Tests müssen durchgeführt werden.

Massentests sind eine große Herausforderung

Wie herausfordernd die Situation ist, zeigt sich am Beispiel Haus Husemann in Unna. In der Pflegeinrichtung gab es 33 Corona-Fälle, drei Bewohnerinnen und Bewohner sind inzwischen gestorben.

Rund 350 Corona-Tests mussten nach Bekanntwerden der Infektionen in einem Haus der Einrichtung seit dem 16. Oktober durchgeführt werden. „Das geht nicht mal eben so“, begründet Rolke, warum bis heute noch nicht alle Tests erfolgt sind. Es seien Gruppen gebildet worden, um die Testung sinnvoll zu strukturieren.

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